DELMENHORST - Mitgefühl und Betroffenheit ausgelöst hat das Schicksal der siebenjährigen Angelika Wander in Russland (NWZ -Bericht vom 22. Oktober), die nicht zu ihrer Mutter Elena nach Delmenhorst darf, weil deutsche Behörden den Übersiedlungsantrag ablehnen.

In der NWZ -Redaktion meldete sich eine Aussiedlerfamilie aus Brake, die ganz konkrete Hilfe für Angelika anbietet: Sie will eine Verpflichtungserklärung für das Kind unterschreiben. Mit der Abgabe einer solchen Erklärung würde sie für die Lebenshaltungs- und Krankenversicherungskosten von Angelika in Deutschland aufkommen. Auf diesem Wege hatten die Braker schon mehreren russischen Studenten den Aufenthalt in Deutschland ermöglicht.

Noch am Mittwoch fragte Otto Sackmann, der Familie Wander in der Angelegenheit unterstützt, beim Ausländeramt in Delmenhorst nach, ob eine Verpflichtungserklärung für das Mädchen durchzusetzen sei. „Jeder Tag zählt schließlich für Angelika“, sagt er.

Das vorläufige Ergebnis: Die Stadt will nun prüfen, ob und wie eine Verpflichtungserklärung zustande kommen kann. Dazu müsse zunächst die Zahlungsfähigkeit der in Frage kommenden Familie geprüft werden. „Am Freitag will die Stadt mir das Ergebnis mitteilen. Eher wäre es natürlich schön, aber es ist ein Anfang“, so Sackmann.

Außerdem trat der NDR mit ihm in Kontakt. Der Sender will ebenfalls über das tragische Aussiedlerschicksal berichten und nachhaken, wann vor dem Verwaltungsgericht Berlin über die Angelegenheit verhandelt wird. „Bis jetzt gibt noch keinen offiziellen Gerichtstermin“, so Sackmann.