DELMENHORST - Das Jobcenter Delmenhorst hat im vergangenen Jahr die vom Bund vorgegebenen Ziele erstmals seit 2006 knapp verfehlt. Gleichwohl wurden im Bereich der passiven Leistungen (vom Bund gezahltes Geld wie ALG II) noch deutliche Einsparungen erzielt. „Zwiespältig“ nannte Geschäftsführer Siegfried Dreckmann sein Gefühl und das der stellvertretenden Geschäftsführerin Marion Denkmann, als sie Freitag die Jahresbilanz 2011 und den Ausblick vorstellten.
Wie knapp die Zielvorgaben verpasst wurden, zeigt sich am Beispiel der passiven Leistungen. Statt der vereinbarten rund 23 Millionen Euro wurden 230 000 Euro mehr ausgegeben. Im nach der Kundenquote berechneten Integrationsbereich fehlen bei den 1600 Integrationen rund 30.
„Das dickste Brett, das wir zu sägen haben, ist im Bereich der Langzeitarbeitslosen“, so Dreckmann. Hier standen Ende des Jahres 1514 auf der Liste, laut Zielvorgabe hätten es nur 1386 sein dürfen.
Als Gründe für das „knapp-am-Ziel-Vorbeischrammen“ sieht Dreckmann neben der seit Jahren angespannten Arbeitsmarktlage vor allem die instabile Personalsituation. 26 Mitarbeiter verließen das Center, 32 kamen neu und müssen angelernt werden.
Im laufenden Jahr wird bei einer Änderung im Zielsystem die Schraube weiter angezogen. Danach sollen die passiven Leistungen um weitere 1,3 Prozent sinken. Die Integrationsquote hingegen darf um 4,1 Prozent steigen, der Bestand an Langzeitleistungsbeziehern um 0,4 Prozent. Dreckmann nannte die Vorgaben „anspruchsvoll, aber durchaus realisierbar“.
Mit etwa 6,7 Millionen Euro sind die zu erwartenden Haushaltsmittel im Bereich der Eingliederungsleistungen knapp 15 Prozent geringer als 2011. Das Verwaltungsbudget erreicht mit 5,7 Millionen Euro annähernd die Vorjahressumme.
Ein Novum in der Region ist das seit Ende Januar in Eigenregie geführte Bewerberbüro. Damit kann effizienter gearbeitet werden.
