DELMENHORST - Über 11 000 Leistungsempfänger betreut das Delmenhorster Jobcenter, die Zahl der Kundenkontakte ist enorm hoch. Um den Kunden die oft nicht vermeidbare Wartezeit so angenehm wie möglich zu gestalten, hat das Jobcenter einen neuen ebenerdigen, hellen und behindertengerechten Eingangsbereich erhalten, in dem auf einer Fläche von 450 Quadratmetern der Wartebereich sowie Arbeitsplätze für 20 Mitarbeiter untergebracht sind. Bis vor kurzem residierte hier die CAD-Firma „Dreieck“ GmbH. Die bisherigen Räume in zwei Obergeschossen des ehemaligen Wollelagers bleiben dem Jobcenter erhalten.
Zur Einweihung am Mittwochabend begrüßte Jobcenter-Geschäftsführer Siegfried Dreckmann unter den zahlreichen geladenen Gästen als Redner den stellvertretenden Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Oldenburg, Walter Hohnholz, Sabine Zurek, Referentin für Grundsicherung und Arbeitsuchende am Niedersächsischen Sozialministerium, und Wulf Sonnemann, Direktor des Sozialgerichtes Oldenburg.
Hohnholz nannte die Hartz-IV-Reform „die bedeutendste Sozialreform, die wir in der Geschichte der Bundesrepublik hatten“. Sie habe zur Senkung der Arbeitslosigkeit geführt, betonte er. Ministeriums-Mitarbeiterin Zurek lobte den Einsatz der Jobcenter als ausführende Behörden, schwor sie aber auch auf stressbehaftete Zeiten ein. Hochgeschraubte Zielvereinbarungen, was den Vermittlungserfolg angeht, dazu zahlreiche geänderte Rechtsvorschriften: „Im Moment ist das sehr viel auf einmal.“
Dass die Sozialgerichte unter einer Hartz-IV-Klageflut ächzten, bestätigte Wulf Sonnemann: „Mehr als 50 Prozent der Eingänge entfallen hierauf.“ Seien es 2004 noch 2700 Klagen gewesen, stieg ihre Zahl auf 5800, die der Richter von sieben auf 18. Den Jobcentern wies Sonnemann keine Schuld zu: „Die Behörde kann nicht in jedem Fall eine exakte Entscheidung treffen.“ Auch, weil in vielen Fällen die Rechtsansprüche nicht exakt geklärt seien.
Oberbürgermeister de La Lanne lobte in seinem Grußwort die gute Kooperation zwischen Stadt und Jobcenter.
