DELMENHORST - Der lange, braune Holzschuppen hinter dem Hauptgebäude des Klinikums Delmenhorst sieht eher nach Feldlazarett als nach Krankenhaus aus. Doch auf der Fläche, die jetzt als Lagerraum dient, sollen keine Patienten genesen – noch nicht. Denn nun soll der Schuppen weichen – für ein neues Gebäude, in dem tatsächlich Patienten gesunden sollen.
Ein neues Gesundheitszentrum soll auf der rückwärtigen Seite des Klinikums entstehen. „Das Klinikum ist in die Jahre gekommen“, sagt Geschäftsführer Peter Stremmel. „Wir müssen uns weiterentwickeln.“
Das Gesundheitszentrum, das Thomas Rettig vom Architekturbüro agn geplant hat, soll mit dem Dialysezentrum und der Radiologie ein Carrée bilden. Mit geschlossenen Gängen soll es mit dem restlichen Krankenhaus verbunden werden. In dem neuen Gebäude sollen unter anderem zwei neue ambulante Operationssäle mit einer Intensivstation Platz finden. „Bisher werden die ambulanten Operationen im Haupthaus abgewickelt, aber das stört den Ablauf“, so Stremmel.
Den Schwerpunkt soll eine sogenannte Wahlleistungsstation mit 30 Betten bilden. Hier soll die Möglichkeit entstehen, mehr Patienten in Einzelzimmern unterzubringen. „Das Krankenhaus hat zu wenig Einzelzimmer“, sagt Stremmel. „Wir können infektiöse Patienten oder Sterbende nicht in Dreibettzimmer legen. Und wir sind auch auf die Privatpatienten angewiesen, die den schönen Ausblick in den Wald schätzen. Die Einnahmen sollen den Investitionen im Haupthaus dienen.“
Neben einer Cafeteria und Seminarräumen sollen auch die Kardiologie, die Onkologie und eine Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ihren Platz finden. Diskutiert wird noch, ob auch das Dialysezentrum umziehen wird. Von der Entscheidung hängt ab, ob das Gebäude über drei oder vier Stockwerke gebaut wird. Im September sollen die Bauarbeiten beginnen.
Die dreistöckige Lösung mit insgesamt 3500 Quadratmetern Fläche würde 8,3 Millionen Euro kosten, die vierstöckige Lösung mit 4600 Quadratmetern käme auf 11 Millionen Euro. Finanziert wird das Gebäude von dem Investorenbüro Borchers & Aumann. „Wir behalten dann auch das Management des Hauses in unseren Händen“, sagt Karl-Heinz Borchers.
Ein Wettrüsten mit dem St. Josef-Stift will das Klinikum nicht. „Wir wollen nur Praxen im Haus, die auch zu uns passen“, so Stremmel. „Wir wollen uns zu einem Schwerpunkt-Krankenhaus entwickeln und unseren Standort an der Autobahn nutzen.“
