DELMENHORST/OLDENBURG - DELMENHORST/OLDENBURG - Die demografische Entwicklung, die bereits jetzt deutliche Spuren hinterlassen hat, wird in den nächsten 15 Jahren in einigen Bereichen der Region zu noch weitaus drastischeren Verwerfungen führen. Kommunen und Wohnungswirtschaft seien gut beraten, sich rechtzeitig darauf einzustellen, hieß es auf der „Regionalkonferenz Wohnungsmarktentwicklung – Wohnungsmärkte in der Weser-Region“, die gestern in Delmenhorst stattfand. Veranstalter waren die Niedersächsische Landestreuhandstelle (LTS), das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) und das Sozialministerium in Hannover.
Die Städte Oldenburg und Delmenhorst sowie die Landkreise Oldenburg, Wesermarsch, Cuxhaven, Osterholz, Verden und Diepholz werden bis 2021 insgesamt knapp 1000 Einwohner verlieren. Die Bevölkerungszahl in der Region, die sich seit Mitte der 90er-Jahre dynamischer als der Landesdurchschnitt entwickelt hatte, sinkt dabei leicht auf 1,1 Millionen Menschen, prognostizierte Professor Dr. Hans-Ulrich Jung vom NIW. Allerdings verläuft die Entwicklung innerhalb der Region unterschiedlich.
Die Kommunen des Kreises Oldenburg, die bereits seit Jahren durch Geburtenüberschuss ein Bevölkerungswachstum verzeichnen, können sich auf einen Zuwachs von weiteren fünf Prozent einstellen. Für die Stadt Oldenburg rechnet Jung sogar mit einem Plus von zehn Prozent. Im Kreis Wesermarsch und in Delmenhorst wird sich dagegen der rückläufige Trend verstärken. Die Stadt dürfte um fünf Prozent schrumpfen, die Landkreis-Bevölkerung sogar um sieben Prozent.
Aktuell sieht Claudia Haake vom Team Wohnungsmarktbeobachtung der LTS erste Anspannungstendenzen auf den regionalen Wohnungsmärkten. Die Mieten seien rund um Bremen in den beiden vergangenen Jahren leicht gestiegen und die Leerstände hätten ebenso abgenommen wie die Fluktuation, berichtete die Expertin.
Auch in der Nachfragestruktur zeichne sich ein Wandel ab. Klassische Eigenheime seien nicht mehr so begehrt. Dafür steigt die Nachfrage nach kleinen preiswerten Mietwohnungen deutlich an – eine Folge des Trend zu immer mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalten, der sich bis 2021 sogar noch deutlich verstärken wird, wie Jung vorhersagt.
