DELMENHORST - Eigentlich könnte man ja annehmen, dass das winterliche Wetter der vergangenen Wochen so ganz nach dem Geschmack der Budenbesitzer des Delmenhorster Weihnachtsmarkts gewesen sein sollte. Doch weit gefehlt: Schnee, vereiste Straßen und klirrende Kälte machten auch den Marktbeschickern auf dem Rathausplatz zu schaffen.
In diesem Jahr waren es rund zehn Prozent Besucher weniger, schätzt Ralf Böker, Betreiber des Kinderkarussells, am Donnerstag, dem letzten Tag des Weihnachtsmarktes. Er vermutet, dass gerade ältere Leute wegen der Glätte lieber zu Hause geblieben sind, um keinen Sturz zu riskieren. Auch Temperaturen von zum Teil unter minus zehn Grad hätten einige Kunden von seinem Karussell fern gehalten. Da trinken die Leute eben lieber einen Glühwein, lacht er.
Nicht unbedingt, entgegnet Andreas Kutschenbauer vom Glühweinstübchen. Bei derart extremer Kälte blieben die Menschen längst nicht so lange an der Bude stehen egal, wie lecker der Glühwein oder Kakao auch schmecken mag. Zufrieden war Kutschenbauer trotzdem: Wäre es ein wenig milder gewesen, wäre es optimal gelaufen. So war es aber auch sehr gut. Vor allem die Neuerungen wie die offene Feuerstelle oder die begehbaren heißen Fässer seien von den Besuchern toll angenommen worden.
Zufrieden war grundsätzlich auch Hans-Joachim Uhse, Betreiber der Punschhütte. Indes: Den Umsatz vom letzten Jahr werde ich nicht erreichen, sagt er. Genauso erging es Manuela Reitz-Mundt, Geschäftsführerin vom Schwetmann-Fischwagen: Sie erwartet satte 25 Prozent weniger Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund, na klar die Kälte. Aber Manuel Reitz-Mundt trägt es mit vorweihnachtlicher Gelassenheit: Da müssen wir eben durch.
Auch Ralf Böker schmunzelt ob der Klagen der Marktbeschicker: Mal ist es zu warm, mal zu kalt. Das perfekte Wetter gibt es für uns einfach nicht.
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