Ganderkesee - Die Verbrauchermärkte, so viel steht fest, werden Ganderkesee verändern. Erst der große Famila-Neubau, dann Inkoop und Aldi – da erwarten viele Bürger ein attraktiveres Warenangebot. Aber: Es sei auch mit gravierenden „Nebenwirkungen“ zu rechnen. Wie sich Ganderkesee verändern wird, das war „das“ Thema, als am Freitag die Rollende Redaktion der NWZ  auf dem Neuen Markt Station machte.

Der „dörfliche Charakter“ sei es, den sie an Ganderkesee so schätze, sagte Christa Lang. Schon jetzt sei der Kfz–Verkehr auf einigen Straßen im Ort „städtisch“. Ihre Sorge: Dass durch das Mehr an Verkehr und die hierfür teilweise bereits verbreiterten Straßen ein Stück Wohnqualität verloren geht. Auch Hermann Abeln erwartet eine große Verkehrszunahme: „Ich hoffe, dass das zu Ende gedacht ist.“

Ein anderer Aspekt des selben Themas: Ganderkeseer Bürger sorgen sich, dass es durch die großen Verbrauchermärkte kaum mehr Chancen für kleinere Einzelhandelsgeschäfte gibt. Es sei die Aufgabe der Politik, da gegenzusteuern, sagte ein Ganderkeseer. Eine Abgabe könne ein Instrument sein.

Apropos Einzelhandel: Mehrere Bürger erwarten, dass sich nach dem Wegzug des Aldi von der Bergedorfer Straße die Nahversorgungssituation in dem Bereich gravierend verschlechtert, es in der Folge weitere Leerstände geben wird. Sie könne sich nicht vorstellen, dass ältere Menschen mit Rollator quer durch das Dorf und über die Gleise zu den Märkten schieben, so eine Bürgerin. Wenn über die Nachfolgenutzung des Aldimarktes nachgedacht wird, solle man eine Schlachterei auf dem Zettel haben, regte Hermann Lemke an. Hier gebe es ein Manko in Ganderkesee. Nicht jeder kaufe sein Fleisch gern im Supermarkt.

Mehrere Ganderkeseer betonten, dass sie gern im Ort leben. Eine gute Einrichtung seien die Park-&-Ride-Plätze beim Bahnhof, stellte Hartmut Lang heraus – durch sie werde der ÖPNV unterstützt. Für die Rathausstraße wünscht er sich Spielmöglichkeiten für Kinder, in diesem Punkt habe sich Wildeshausen einiges einfallen lassen.


Noch einmal die Rathausstraße: Der Rinnsteinbereich sei nicht fahrradfreundlich, auch für Rollatoren zu uneben – und der riesige Brunnenstein keine Schönheit, merkte Marie-Luise Tönnies an. Aber aus sie betonte: Sie lebe gern in Ganderkesee.