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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Den Windstrom vor Ort veredeln

04.03.2017

Emden /Varel Ein paar Meter vor dem VW-Werk in Emden sind in diesen Wochen Bagger bei der Arbeit. Sie bereiten direkt an der Zufahrtsstraße einen Neubau vor. „Wir wollen noch in diesem Jahr einziehen“, erläutert Bernd Bureck (58). Wir – das ist die „Zukunft Emden GmbH“. Bureck und sein 15-köpfiges Wirtschaftsförderungs-Team zieht es aus dem eher peripheren Quartier „Polder IV“ nun mitten in die pulsierenden Aktivitäten hinein, an den Eingang zum Zuliefererpark „Frisia“, direkt neben dem VW-Werk.

Industrie und Technologie

Der von „Zukunft Emden“ betriebene Industriepark (100 Hektar Fläche), benannt nach der einst hier betriebenen Ölraffinerie Frisia, ist gerade dabei, sich zu einem Gewerbepark neuen Typs entwickeln.

„Zukunft Emden“ will natürlich den Kreis der dort angesiedelten zwölf Zulieferer (1500 Beschäftigte) erweitern und auch andere Branchen gewinnen. Künftig will man aber auch mehr sein als „nur“ Produktionsstandort. Auf einer Art „Gewerbe-Campus“ soll – in angenehmem Gesamt-Ambiente mit viel Grün – auch neues Wissen generiert werden, das der Wirtschaft Impulse gibt. Im geplanten Neubau-Riegel an der „Niedersachsenstraße“ zum VW-Werk sollen möglichst auch Technologiefirmen, Gründer sowie Ingenieure oder Forscher der Hochschule tätig werden, erläutert Bureck. Auch „Open working places“, die die neuen Akteure zusammenbringen, seien geplant.

Traditioneller Industriepark und Ideenschmiede an einem Ort – das gibt es in Gewerbegebieten noch nicht so häufig. Aber auch „Zukunft Emden“ ist speziell: „Wir verdienen unser Geld selbst“, sagt Bureck mit Blick auf den Indus­triepark und den Etat.

Was steckt hinter dem neuen Ansatz? Die Wirtschaft verändert sich – und besonders heftig in Emden. Der alte industrielle Kern des Schiffbaus ist praktisch untergegangen. Das Emder Passat-Werk mit 9500 Beschäftigten auf dem Gelände, heute Rückgrat und Innovationstreiber in der Region, wird sich angesichts des Kostendrucks, Digitalisierung und Folgen der Elektromobilität quasi neu erfinden müssen, wie andere Firmen, auch die Zulieferer. Zugleich steht ein Übermaß des Rohstoffs Ökostrom in der Region bereit, und Player der künftigen Automotive-Welt (Autos, Schiffe, Flugzeuge) suchen Ideen und Standorte. Das sei „sehr spannend“, sagt Bureck.

Wirtschaftsförderern wie ihm schwebt vor, Trends wie Digitalisierung für Effizienzsteigerungen bei vorhandenen Firmen am Standort (Beispiel: Reduzierung der Zeit für die Reifenmontage), für neue Ansiedlungen, Technologie-Entwicklungen und Neugründungen („Start-ups“) zu nutzen.

Schon jetzt sind viele bekannte Firmen auf dem Gelände neben dem VW-Werk, darunter etwa: Sitech (Sitztechnik), SMP (früher Peguform/Stoßfänger), MWA (Abgastechnik) oder Draxlmaier (Elektrik). Über ein eigenes kleines Wegenetz bestehen ganz kurze Wege direkt in die Produktion im VW-Werk. Sie ermöglichen extrem kurze Taktungen, erläutert Bureck. „Just in time“ bzw. „Just in Sequence“, eine Anpassung der Zulieferung an die Produktionsabfolge, sei das Logistik-Gebot der Stunde.

Und das sei vom Frisia-Areal aus optimal möglich, betont der aus Varel stammende Bureck. Mehrere Firmen, die ihren Sitz anderswo haben, nehmen dort noch letzte, quasi individuelle Arbeiten (wie Schweißen, Komponentenanbau, Elektronik-Ausrüstung) kurz vor der Endmontage vor.

„Zukunft Emden“ bietet den Mietern individuelle Gebäudelösungen an – nach einheitlichem Schema und Erscheinungsbild in Hellgrau. Doch das Gesamtbild von „Frisia“ könnte bald bunter werden – auch wegen des Riegels mit neuen Gebäuden mit neuen Aktivitäten.

Traum von Tesla

Ökostrom als Rohstoff, der vermehrt direkt vor Ort genutzt wird, E-Mobilität und die Digitalisierung der (Auto-) Produktion mit allen Facetten – das könnten Zugpferde werden. Bureck hat da eine Vision: Windstrom sei ja in Ostfriesland überaus reichlich vorhanden. Jetzt müsse es Ziel sein, ihn noch in der Region zu veredeln – bis hin Batteriezellen, ganzen Batterien oder gar kompletten Elektro-Autos – die natürlich auch im Emder Hafen verladen würden.

Durch den sauberen Windstrom könne der „E“-Ansatz für Mobilität der Zukunft ja auch wirklich glaubhaft werden, findet Bureck. Mancher träumt an der unteren Ems denn sogar von der Ansiedlung eines ganz Großen, der das auch so sieht – wie Tesla.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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