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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Der Aufschwung nimmt Fahrt auf“

17.04.2014

Oldenburg Eine starke Binnennachfrage, ein wachsendes Exportgeschäft und wieder anziehende Investitionen: Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht die regionale Wirtschaft sehr gut aufgestellt. „Der Aufschwung nimmt Fahrt auf“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz.

Gegen den Landestrend sei die Industrie im Oldenburger Land 2013 um 4,8 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro gewachsen. „Die Betriebe haben von der Binnennachfrage stark profitiert“, erläuterte Peters. Gleichzeitig habe sich aber auch das Exportgeschäft um 5,9 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro erhöht.

Delmenhorst vorn

Maßgeblich verantwortlich für das Industrie-Wachstum war laut Peters das Ernährungsgewerbe, das um 11,3 Prozent zulegen konnte. Am gesamten Industrieumsatz hat die Branche mittlerweile einen Anteil von 48,6 Prozent. Regional Spitzenreiter war laut IHK die Stadt Delmenhorst mit einem Umsatzplus von 50,3 Prozent, was aber in erster Linie auf den Zuzug des Wurstwarenherstellers Könecke zurückzuführen sei.

Als vergleichsweise „robust“ habe sich auch der Ausbildungsmarkt im Oldenburger Land erwiesen, berichtete Dr. Thomas Hildebrandt, IHK-Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung. Die Zahl der neueingetragenen Ausbildungsverträge sei in der Region 2013 nur leicht um 1,7 Prozent auf 4352 gesunken. Niedersachsenweit seien die Zahlen dagegen um 3,7 Prozent, bundesweit sogar um 4,5 Prozent zurückgegangen.

Felix Jahn, IHK-Geschäftsführer für Verkehr, Schifffahrt und Häfen, monierte, dass zentrale Infrastrukturprojekte, wie der Bau der Küstenautobahn A20, die Weservertiefung und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven nur zögerlich vorankämen: „Die Wirtschaft wird hier auf eine harte Geduldsprobe gestellt.“

Die Anforderungen für die Planung größerer Infrastrukturvorhaben würden immer komplexer, so Jahn. Die starke Zunahme umweltrechtlicher Vorgaben, die Ausweitung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder Klagen gegen die Realisierung führten auch bei Projekten in der Region zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen und Kostensteigerungen.

Sorgen bereiten der regionalen Wirtschaft auch die Energiekosten. „Die hohen Energiekosten bleiben das größte Konjunkturrisiko für die Wirtschaft im Oldenburger Land“, sagte Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Energie. Vor allem die regionale Industrie schlage Alarm.

Die jüngsten Beschlüsse zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bewertete die IHK gemischt. Positiv sei, dass in Sachen Windenergie jetzt die Weichen gestellt seien, und dass sehr energieintensive Unternehmen auch künftig von Rabatten profitieren würden.

Kritik an EU-Liste

Kritisch bewertet Schaeper jedoch die neuen europäischen Energiebeihilfeleitlinien, nach denen künftig grundsätzlich nur Unternehmen aus 68 ausgewählten Wirtschaftszweigen von Rabatten bei der EEG-Umlage profitieren können. Große Teile des für das Oldenburger Land wichtigen Ernährungsgewerbes und der Kunststoffindustrie fehlten jedoch auf der EU-Liste. Wenn man die Härtefallregelung außer Acht ließe, würden in der Region nur noch etwa 20 Prozent der bisher 60 entlasteten Firmen unter die Neuregelung fallen.

IHK-Präsident Gert Stuke lobte derweil, dass die Landesregierung den versprochenen Dialog mit der Wirtschaft suche. „Der Austausch war bisher gut und sehr positiv“, meinte er. Konkret nannte er etwa die gemeinsam auf den Weg gebracht „Fachkräfteinitiative“. Auch die Schaffung der neuen Ämter für regionale Landesentwicklung begrüßte Stuke. In anderen Bereichen wünsche sich die Kammer jedoch „mehr Konkretes“, sagte Stuke, und nannte das „Bündnis für Duale Ausbildung“.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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