Klattenhof - Maisanbau mit Ernterekorden, die so manchen gestandenen Landwirt vor Neid erblassen lassen, dafür steht der 1. MAC i.A. seit 2010. Hinter der Abkürzung verbirgt sich „1. Maisanbauclub im Autobahndreieck“. Gemeint ist damit die Fläche zwischen der A 1, A 28 und A 29 – dem Gebiet, aus dem die 16 Stamm-Mitglieder kommen.
Allerdings werden nicht etwa Hektarflächen mit Mais angebaut, sondern nur ein einziger Quadratmeter. Damit dürfte wohl auch das Rätsel um die kleinsten Maisanbauflächen in ganz Deutschland gelöst sein.
Birger Strudthoff, seines Zeichens sogenannter Blödmanns-Gehilfe und Verwalter über Listen und Protokolle: „Hier geht es darum, auf einem Quadratmeter so viel Ertrag wie möglich zu erreichen.“ Das alles neben dem normalen Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, denn die Mitglieder sind alle gestandene Bauern. Junge Landwirte, die Lust haben, sich im nicht ganz ernst gemeinten Privat-Maisanbau zu messen.
Aber damit auch alles seinen rechtmäßigen Gang geht, trafen sich die Wettpartner auf dem Hof Lange in Klattenhof, denn alle haben das gleiche Ziel: düngen, wässern und mit vielen anderen kleinen Tricks möglichst hohen Ertrag erreichen. Und da wird die Sache dann doch wieder ernst. Kriterien sind das schwerste Einzelkolbengewicht, das Durchschnittsgewicht von fünf Maiskolben, die längste Maispflanze und das Gesamtgewicht vom Ertrag auf der Fläche. Die Pflanzen dürfen nur auf dem einen Quadratmeter wachsen und nicht etwa zur Hälfte außerhalb der Anbaufläche.
„Das werden wir heute alles genau kontrollieren“, sagte Strudthoff. Mit dem Rad machten sich die Wettkandidaten auf Rundfahrt zu den 16 Anbaustellen. „Das werden wohl so an die 25 Kilometer, die wir zurücklegen“, meint Helge Vosteen. „Treibstoffversorgung“ gab es selbstverständlich in ausreichendem Maße bei der Begutachtung jeder Anbaufläche. Am Ende war der Schafkoben in Ohe Ziel. Dort wartete leckeres Grillfleisch auf die Maiskontrolleure, die dann Block, Kugelschreiber und Zollband zur Seite legen konnten.
Doch zuvor ging die Kontrolle bei Matze Lange im Garten los. Mitten in der Rasenfläche war ein Viereck, geschützt durch alte Fensterrahmen, zu sehen. Und darin thronten schon stattliche Maispflanzen. „Die sehen schon echt super aus“, neideten die anderen Maisanbauer. Angebaut hatte Lange gleich zwei Sorten, was aber dem Regelwerk entspricht.
Bis zum 17. September, dem Tag der Ernte, werden die Mitglieder des 1. MAC i.A. ihren Quadratmeter mit Maispflanzen wie den eigenen Augapfel hüten und pflegen. Dann wird sich zeigen, wer diesmal Mais-Wettkönig wird.
