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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Der Fliederduft der großen weiten Welt

28.09.2010

OLDENBURG Sie heißen Ambassadeur, Amethyst oder auch einfach nur Anne. Allen gemeinsam ist, dass sie der Inbegriff von Frühling, Romantik und betörendem Duft sind. Flieder erleben eine Renaissance in den Gärten. Dass das so ist, dafür sorgt vor allem das Unternehmen Piccoplant am Stadtrand von Oldenburg, das sich zum größten Fliederproduzenten der Welt gemausert hat, sowohl was die Menge als auch die Sortenvielfalt angeht.

Kaum anzunehmen, dass Inhaberin und Geschäftsführerin Elke Haase selbst in optimistischen Visionen das bei der Piccoplant-Gründung im Jahre 1986 vorausgesehen hat, was aus ihrem Unternehmen geworden ist. Kaum ein Jahr vergeht, in dem die Diplom-Biologin nicht mit irgendeiner Neuheit auf den Markt kommt. Das hat sich inzwischen weltweit herumgesprochen: Flieder exportiert die Firma bis nach Sibirien, und von Piccoplant gezogenen Bambus ordern selbst die Chinesen in beachtlichen Stückzahlen, obwohl sie davon doch eigentlich selbst genug haben sollten. Aber Bambus ist eben nicht gleich Bambus, und der in Oldenburg produzierte zeichnet sich durch ausgezeichnete Qualität und Widerstandsfähigkeit aus.

Haases Spezialgebiet „Flieder“ ist jedoch eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Mehr als 180 Sorten Flieder werden zurzeit in den Gewächshäusern am Brokhauser Weg in Oldenburg herangezogen, so viele hat kein anderer Produzent weltweit. Und es kommen immer noch neue Sorten hinzu.

Damit die kleinen Setzlinge zu prachtvollen Pflanzen heranwachsen können, bekommt sie bei Piccoplant beste Aufzuchtbedingungen. Sehen die Pflanzen im Frühstadium eher unscheinbar aus, so entfalten sie später umso mehr atemberaubende Schönheit in einer unglaublichen Vielfalt und Farbenpracht. „Die meisten Gartenfreunde kennen nur weißen, blauen oder violetten Flieder. Dabei gibt es hunderte von Variationen, unterschiedlich in Größe, Form und Farbe“, beschreibt Haase die Gründe für den anhaltenden Fliederboom.

600 000 Flieder-Pflanzen gibt Piccoplant weltweit pro Jahr in den Markt, „das ist viel für ein Nischenprodukt“, sagt die Diplom-Biologin, die aber glaubt, dass die Nachfrage noch wachsen wird. Der größte Teil geht in den Großhandel, aber über den Piccoplant-Shop verkauft die Firma per Internet und Fernsehen ab einer bestimmten Größenordnung auch an Privatleute. Elke Haase: „Denkbar, dass wir diesen Bereich noch einmal ausbauen, im Moment fehlen dafür aber die Kapazitäten.“

Je nach Saison beschäftigt Piccoplant zwischen 40 und 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus Überzeugung „und sehr guten Erfahrungen“ reserviert Haase dabei einen nicht unerheblichen Teil der Arbeitsplätze Schwerbehinderten. Das heutige Firmenareal verfügt über eine Gesamtfläche von 15 Hektar mit Bürogebäuden, Parkplätzen, Labortrakt, Gewächshäusern und Wirtschaftsgebäuden.

Flieder, Bambus und andere Zierpflanzen nehmen einen großen Teil der Produktion in den Gewächshäusern und Labors in Oldenburg ein. Doch längst hat Elke Haase mit ihren Mitarbeitern das Thema erneuerbare Energien für sich entdeckt. Auch da tue sich mittlerweile eine ganze Menge Spektakuläres, deutet Haase schon weitere Kapitel in der Erfolgsgeschichte Piccoplant an.

Thomas Haselier

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Tel:
0441 9988 2085

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