Bösel - Welche Lieder sollen gesungen werden? Welche Lesung ist heute dran? – Was die Gottesdienstbesucher sonst im Laufe der Messe erfahren, können sie zur Zeit in der Böseler St.-Cäcilia-Kirche bereits vorab hören. Grund sind die Umbauarbeiten in der Sakristei der katholischen Kirche. Provisorisch wurde nämlich der Vorbereitungsraum für die Messen in der alten Kriegerkapelle auf der rechten Seite des Altars eingerichtet. Zwei große Sperrholzplatten bieten zwischen den Säulen Sichtschutz – aber eben keinen Schallschutz, wodurch jedes Wort in der Sakristei auch im Kirchenraum gehört wird.
Keine lauten Töne
„Da braucht man nicht lästern“, witzelt Küster Alfred Nordenbrock. Der 50-Jährige ist mittlerweile ganz froh über seine neue Wirkungsstätte. „Erst wurde überlegt, während der Bauarbeiten den Sakristeibetrieb aufrecht zu erhalten“, so Nordenbrock. Beim Blick in die Baustelle wird aber schnell klar – hier lässt sich nicht arbeiten.
Eine Plane trennt Baustelle und Kirchenraum. Auf rund zwei Quadratmetern sind nur noch Licht- und Glockenanlage, sowie Wasserhahn und Tresor erreichbar. Eine dicke Staubschicht belegt die Schränke. „Wenn die Gewänder hier drin gelieben wären, wären sie völlig verstaubt“, so Nordenbrock. Sowohl die Priestergewänder als auch die Roben für Kommunionhelfer und Messdiener stehen nun zwischen Gefallenengedenktafel und Kerzenständern. Der Taufbrunnen musste der Ersatz-Sakristei weichen. „Ich wollte nicht, dass in der Sakristei getauft wird“, so der Küster. Das massive Steingefäß wurde stattdessen von vier kräftigen Männern vor den Holzverschlag geschoben.
„Eigentlich fehlt mir hier nur ein Wasseranschluss, sonst ist es gut“, so Nordenbrock.
Viel Rennerei
Dafür muss er jetzt ständig um den Altar laufen – auch um das Licht und die Glocken anzustellen. Da die Holzsakristei nach oben offen ist, sind die wertvollen Schalen und Kelche im Tresor deponiert. „Es ist Lauferei“, das gibt Nordenbrock zu. Zusätzlich finden wegen der Sanierungsarbeiten in der Kirche auch Messen im Pfarrheim gegenüber der Kirche statt. Da muss Nordenbrock dann Kelche und Gewänder rüberbringen.
„Ich bin froh, dass wir es so gelöst haben“, sagt Nordenbrock – obwohl er hofft, dass die Sakristei bald wieder betretbar ist.
