Wüsting - Mehr Sicherheit auf dem Schulweg für die Grundschüler aus Grummersort: Das fordern Bewohner des Wüstinger Ortsteils. Seit Jahren besteht das Problem. Und es hat durch zunehmenden Verkehr auf dem Schottweg noch an Brisanz gewonnen.

Vor allen Dingen ist es die Kreuzung Schottweg/Freiherr-von-Münnich-Straße. Die Kinder müssen hier eine starkbefahrene Straße überqueren. Im Kreuzungsbereich gibt es einen Bahnübergang.

Schon vor einigen Jahren wurde für diesen Bereich Tempo 70 angeordnet. Auch, wenn dort schon mal „geblitzt“ wird, oft sind die Autofahrer zu schnell unterwegs. Auf dem Rückweg müssen die Kinder sich auf der verschwenkten Überwegung schon fast auf die Straße stellen, um noch sehen zu können, ob aus Richtung Wüsting Fahrzeuge kommen. Büsche versperren die Sicht.

Und dann auch noch das Teilstück des Schottweges zwischen Grummersorter Dorfstraße und der Kreuzung. Die Straße hat keinen Fuß- und Radweg. Theoretisch darf man sogar 100 fahren. Und der Schottweg ist Zubringer für das Gewerbegebiet An der Striepe. Da liegt die Firma Urban, die stark expandiert und mittlerweile auf die 100 Mitarbeiter zusteuert. Zum Berufsverkehr am Morgen gesellen sich Lkw und Sprinter. Dazwischen die Kleinen!

Allein lassen die betroffenen Eltern ihre Kinder da nicht fahren oder gehen. Die Angst, dass etwas passiert, ist viel zu groß.


Das Problem ließe sich einfach lösen: Die Kinder aus Grummersort könnten den Bus nehmen und ab der Bushaltestelle beim Gasthof Buchholz auf diesem Weg zur Schule kommen. Das aber geht nicht, sagt der Landkreis. Zumindest nicht für jene Kinder, die nicht mindestens zwei Kilometer Schulweg haben.

Kein Anspruch auf Beförderung! – Da schaltet die Behörde auf stur, wie Heiko und Sandra Wenke erfahren haben (die NWZ  berichtete). Die Mindestentfernungsgrenze werde nicht überschritten, so die Behörde. Betroffene Eltern könnten aber gerne eine Monatskarte kaufen – für 33,40 Euro. Nur in besonders begründeten Ausnahmefällen sei es möglich, die Schülerbeförderung zu übernehmen, zum Beispiel, wenn der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad nach objektiven Gegebenheiten besonders gefährlich sei. Das sei überprüft worden und eine besondere Gefährlichkeit könne nicht festgestellt werden, so der Landkreis.

Die Grummersorter wollen das nicht hinnehmen. Die besonderen Gefahren seien vorhanden. Der Bus, der schon Grundschüler aus anderen Ortsteilen hole, müsse nur einen kleinen Schwenk machen über eine Strecke, die sowieso im Fahrplan stehe.

In Wüsting selber, wo es den Gefahrenpunkt Bahnübergang/Hauptstraße gibt, haben Kinder von der Nordseite auch innerhalb der 2-km-Zone eine Busfahrkarte bekommen, sagen die Grummersorter.

In Grummers­ort sind es nicht so viele Kinder. Um die sechs im nächsten Schuljahr. Doch „jedes Kind, dass durch den Verkehr in Gefahr kommen könnte, ist einfach ein Kind zu viel“, meinen die Betroffenen. Sie hoffen auf Unterstützung auch von der Gemeinde Hude und wollen das Problem nächsten Donnerstag bei der Bürgerversammlung in Wüsting vortragen.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude