Emden - Nun ist das lange gehütete Geheimnis gelüftet: Der Nachfolger für das elegante Sportcoupé-Modell CC aus dem Emder VW-Werk wird Arteon heißen. Das wurde am Montag bekannt. „Das komplett neu entwickelte Fahrzeug ist oberhalb des Passat angesiedelt und setzt emotionale Akzente in der oberen Mittelklasse“, teilte Volkswagen in Wolfsburg mit. Das „neue Top-Modell Arteon“ (VW) rollt damit wohl in Marktgefilde, die einst für den glücklosen Phaeton bestimmt waren.

Allerdings wird man auf die ersten offiziellen Fotos des komplett neu entwickelten Fließheck-Coupés aus Emden noch etwas warten müssen: Die Weltpremiere kündigt VW erst für den Genfer Automobilsalon im März an. In Genf war einst eine Studie vorgestellt worden. Die Markteinführung folge „im Sommer 2017“. Nicht einmal Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) durfte sich am Montag bei seinem Besuch in Emden mit dem neuen VW-Spitzenfahrzeug ablichten lassen.

Der Name Arteon setze sich aus zwei Bestandteilen zusammen, erläuterte VW am Montag. „Art“ (englisch für Kunst) beschreibe die „stimmige Linienführung und Emotionalität des Fastbacks“. Die Endung „eon“ kennzeichne ihn, parallel zum Volkswagen-Topmodell des chinesischen „Phideon“, als Premium-Modell.

Derweil sind aber viele der rund 9600 Beschäftigten im Emder Werk, dessen Hauptprodukt der Passat (Limousine, Variant) ist und bleibt, bereits jetzt mit der Produktion des Arteon beschäftigt. Der Hochlauf ist im Gange, er erfordert umfangreiche Umrüstarbeiten. Die Montage des Vorgängers CC ist bereits ausgelaufen.

Hauptthema des Besuchs von Ministerpräsident Weil war der vor wenigen Tagen beschlossene Zukunftspakt für Volkswagen. 23 000 Stellen sollen in den nächstem Jahren in deutschen Werken wegfallen. In Emden setzt man im größeren Stil auf Altersteilzeit.


Deutlich wurde bei Weils Gesprächen mit Werkleiter Andreas Dick und Betriebsratschef Peter Jacobs am Montag: Die Verträge von bis zu 250 Leiharbeitern werden absehbar wohl nicht verlängert. Für 800 Leiharbeiter gebe es dagegen eine klare und dauerhafte Beschäftigungsperspektive, sagte Weil. Einige werden nach Osnabrück ausgeliehen, so Jacobs. Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, zeigte sich zuversichtlich, dass es in dem Werk ab 2019/2020 Vollauslastung gebe. Ab 2019 soll in Emden (Produktion 2016: ca. 243 000 Autos) ein viertes Modell hergestellt werden.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)