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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Beluga: Der Untergang eines Erfolgsunternehmers

28.05.2011

OLDENBURG Es war eine düstere Woche für Niels Stolberg (50), die mit einem schwarzen Freitag endete: Erfolgsunternehmer, Vorzeigereeder, Wunderkind von der Weser – von Niels Stolberg, den die Crème der Deutschen Wirtschaft 2006 als Entrepreneur des Jahres feierte, sprach man bis zum März 2011 voller Hochachtung und Bewunderung. Inzwischen, so scheint es, gibt es nicht mehr viele, die Niels Stolberg gekannt haben wollen.

Als Gerd Meyer, Vorsitzender Richter am Landgericht Oldenburg, am Freitag aus Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Bremen berichtete, da gelangte der Seefahrer und Reeder aus Brake/Unterweser (Landkreis Wesermarsch) ganz unten an. Dabei war er vor gar nicht allzu langer Zeit ganz oben angekommen.

100 Kommanditgesellschaften und GmbHs gehörten zum weit verzweigten Firmen-Konglomerat der Beluga-Gruppe, die in einem noblen Neubau am Bremer Teerhof residierte. Inzwischen führen die Vertreter des US-Finanzinvestors Oaktree die Geschäfte. Sie fühlen sich von Stolberg betrogen. Er habe ihnen gefälschte Bilanzen für das Jahr 2009 vorgelegt. Nur deshalb sei man im Oktober 2010 mit 120 Millionen Euro bei der damals weltgrößten Schwergutreederei eingestiegen, sagt man heute. Andere sagen, die Amerikaner hätten wissen müssen, dass Stolberg schon länger durch schwere See navigierte.

Niels Stolberg drohen nach § 331 des Handelsgesetzbuches bis zu drei Jahren Haft, wenn sich bestätigt, was Richter Gerd Meyer am Freitag im Saal 2 des Landgerichts zu Oldenburg über gefälschte Bilanzen gesagt hat. Diese Nachricht platzte in einen Erörterungstermin, den zwei Dutzend Berichterstatter verfolgten und bei dem nur einer fehlte – Niels Stolberg.

Er betrachtet betroffen aus der Ferne, wie untergeht, was er seit 1995 aufgebaut hat. Stolberg hat immer mehr gemacht, als ein Reeder machen muss. Er hat sich für den nautischen Nachwuchs mit Millionenbeträgen engagiert. Er finanzierte Sport, Kultur und obdachlose Kinder in Asien.

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An diesem schwarzen Freitag für Niels Stolberg geht es eigentlich nicht um das Strafverfahren, das die Staatsanwaltschaft Bremen am 8. März gegen ihn eröffnet hat. Es geht um den Rest seiner Existenz.

Oaktree hat ihn angezeigt. Die Investoren aus Übersee fühlen sich betrogen, weil sie ihr Investment nicht hoch verzinsen können, sondern wahrscheinlich verlieren werden, wie Rechtsanwältin Britta Grauke von der Kanzlei Weil, Gotshal & Manges befürchtet. Der Anwalts-Konzern hat 1200 Verteidiger in seinen Diensten und residiert in New York. Britta Grauke ist an diesem Tag mit zwei Kollegen aus Frankfurt angereist. Sie will, dass Stolbergs Vermögen eingefroren bleibt. In drei Wochen wird Niels Stolberg wissen, was von ihm bleibt.

Frank Jungbluth Chef vom Dienst (bis 2012)
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