Friesoythe/Chiang Mai - Im Sommer machte sich Anne Rieken auf nach Thailand. Die 31-jährige Friesoytherin möchte ein Jahr lang vor Ort ihr selbst gegründetes Hilfsprojekt Thai Care betreuen (die NWZ  berichtete). Sie unterstützt mit ihrem Verein seit 2010 vor allem Waisenkinder, vermittelt Patenschaften. Mit Erfolg: „Der Verein wächst und wächst, wir können immer mehr Kindern helfen und bekommen immer mehr Aufmerksamkeit“, freut sich Ricken, die sich ein Jahr lang von ihrem Schuldienst am Schulzentrum Saterland für ihr ehrenamtlichen Engagement beurlauben ließ.

Vor einer Woche hat Anne Rieken in der Nordwest-Zeitung von den Krawallen in Thailand berichtet. Jetzt erzählt sie von ihrem Projekt, ihren Aufgaben und ihren Zielen. „Ich habe mit der Partnerorganisation Rain Tree bislang viel Zeit mit den Kindern verbracht und geschaut, ob sich die Lebensbedingungen innerhalb der Familie geändert haben, ob die Kinder regelmäßig zur Schule gehen und genügend zu essen bekommen“, erzählt die Friesoytherin. Mit den Rückmeldungen, die sie bekommt, ist sie sehr zufrieden. „Gerade im November haben fünf Kinder aus unserem Kinderheim in Mae Na Chorn bei überregionalen Wettbewerben sehr gute Plätze erzielt.“

Schulisch sehe es also gut aus. Probleme bereite im Moment eher das Essen. Da die Reisernte vorbei ist, stünde vielen Familien nicht ausreichend Reis – das Hauptnahrungsmittel in Thailand – zur Verfügung. „Da versuchen wir, mit ungebundenen Spendengeldern zu helfen.“ Trotz der Not im Land, den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Menschen dort leben, ist Rieken fasziniert von der Gastfreundschaft. „Das ist überragend. Die Menschen sind so herzlich und teilen, obwohl sie selbst nichts haben.“

Die vergangenen Monate habe sie sinnvoll nutzen können, um mit den Mitarbeitern der Partnerstiftung vor Ort viele Dinge zu klären. Rieken: „Wir haben erarbeitet, welche Informationen zu mir nach Deutschland müssen, Arbeitsabläufe optimiert und eine gute Basis geschaffen, damit die Arbeit von Deutschland aus demnächst nicht mehr so zeitaufwendig ist.“ Sie habe zwar schon viel abarbeiten können, doch die Liste der Aufgaben sei noch lang. „Trotz all der Arbeit und Einschränkungen meiner Freizeit bin ich nach wie vor glücklich, den Verein vor drei Jahren gegründet zu haben, denn man bekommt jeden Tag die Bestätigung, dass die Hilfe ankommt, die man bietet“, so Rieken. Kürzlich habe man bereits die 70. Patenschaft vermitteln können. Das sei schon „unheimlich viel“, doch 130 Kinder würden noch auf einen Paten warten. Rieken: „Aber Schritt für Schritt werden wir auch diese Hürde meistern.“

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)