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Verkehr „Desaströse Zustände endlich beenden“

Friedrichsfehn/Edewecht - Für Wilfried Kahlen vom Fachbereich Bauen/Planen/Umwelt bei der Gemeinde Edewecht ist die Sache klar: Auf seinen Vorschlag hin wird die Edewechter Gemeindeverwaltung dem Straßen- und Wegeausschuss des Edewechter Rates vorschlagen, von einer Befestigung des sandigen Teilstücks des Blendermannsweges abzusehen und den Sandweg wie bisher zu unterhalten. Außerdem solle die Gemeinde beim Landkreis beantragen, das sandige Teilstück des Weges dauerhaft für den Durchgangsverkehr (bis auf Radfahrer) zu sperren. Mit dem Thema „Befestigung einer Teilstrecke des Blendermannswegs in Friedrichsfehn“ wird sich der Ausschuss in öffentlicher Sitzung diesen Dienstag, 31. Mai, ab 18 Uhr in der Mensa der Edewechter Oberschule beschäftigen.

Wie es zu dem Tagesordnungspunkt in der Sitzungsunterlage heißt, hätten die Gremien der Gemeinde 2015 beschlossen, zur Verbesserung der Befahrbarkeit des unbefestigten Teils des Blendermannsweges diesen „regelmäßig und bedarfsorientiert“ durch einen Lohnunternehmer aufbereiten zu lassen. Ein Jahr lang wolle man dieses testen. Aufgereinigt worden sei das unbefestigte Teilstücks 2015 von Mai bis Dezember vier Mal.

„Regelmäßige Kontrolle“

Regelmäßig hätten Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs den Weg befahren und kontrolliert. Bis auf einen kürzeren Zeitraum sei der Weg relativ gut passierbar gewesen. Lediglich in der 2. Novemberhälfte/Anfang Dezember habe es Probleme mit der Befahrbarkeit auf dem sehr nassen Weg gegeben. „Zu dieser Zeit haben sich auch Fahrzeuge im Weg festgefahren, was aber eher auf die Unerfahrenheit der Autofahrer bzw. Ungeeignetheit der Fahrzeuge zurückzuführen war,“ heißt es wörtlich in der Verwaltungsvorlage. Mit Fahrzeugen der Gemeinde habe der Weg auch bei schlechtestem Zustand befahren werden können. Aufgrund seines Zustandes habe man den Weg zu dem Zeitpunkt für den Durchgangsverkehr gesperrt.

„Als (unfreiwillige) Realsatire“ bewertet indes Anlieger Peter Habbinga die Verwaltungsvorlage, da nach seiner Auskunft der Sandweg des Blendermannsweges von November 2015 bis Januar 2016 ein reiner Morast gewesen sei. Dass sich die vier betroffenen Fahrer, die sich binnen Tagen im Schlamm festfuhren und nur mühsam von der Feuerwehr bzw. von Traktoren geborgen werden konnten, sich Unkenntnis, Unerfahrenheit und das Nutzen „ungeeigneter Fahrzeuge“ vorwerfen lassen mussten, sei unverschämt. Die jährliche desaströsen Wegeverhältnisse müssten endlich beendet werden.

Wie berichtet kämpfen Peter Habbinga und seine Frau Kirsten seit Jahren dafür, dass ihr eigenes Grundstück am sandigen Teil des Blendermannswegs mit dem Auto von ihnen selbst, von Besuchern, Versorgungsunternehmen wie Paketdienst, Handwerker oder im Notfall für den Krankenwagen jeder Zeit erreichbar ist. Grundsätzlich, so Habbinga, begrüße man die regelmäßige Aufbereitung des Weges, die dann auch regelmäßig, in Trockenperioden und nicht – wie in der Vergangenheit – vor (angesagten) Regenperioden erfolgen müsse. Im Herbst 2015 habe das Lohnunternehmen den Weg zu spät präpariert. Unzumutbar sei es, so Habbinga, dass er seit der im November eingerichteten Straßensperrung seine gefüllte Mülltonne einen halben Kilometer bei schlechten Wegeverhältnissen durch den Morast ziehen müsse, weil das Grundstück von der Müllabfuhr nicht mehr angefahren werde. Sauer ist Habbinga auch aus einem anderen Grund: Erst zwei Arbeitstage vor der Sitzung diesen Dienstag wurde er durch die Gemeinde informiert, dass das Thema auf der Tagesordnung steht.

Befestigung notwendig

Zu der Kritik konnte sich Wilfried Kahlen von der Gemeinde Edewecht, der erkrankt ist, nicht äußern. Sein Kollege Frank Maschmeyer sagte, dass es bei Sandwegen mit moorigem Untergrund wie am Blendermannsweg nicht dauerhaft zu gewährleisten sei, dass der Weg das ganze Jahr über befahrbar sei. Wenn beispielsweise schwere Fahrzeuge den Weg nutzten und es danach intensiv regnete, könne der aufgeweichte, zuvor hergerichtete Naturweg durchaus schwer beschädigt und nicht mehr befahrbar sein. Seiner Ansicht nach sei nur eine Befestigung eine dauerhafte Lösung. Es gäbe Pro und Contra für eine Befestigung des Weges, so Bürgermeisterin Lausch, zu entscheiden habe die Politik. Bis zu 10 Mal jährlich werde der Blendermannsweg derzeit aufbereitet. Die Verwaltung müsse die Möglichkeit haben, bei Bedarf ein anderes Unternehmen zu beauftragen, wenn die Wegaufbereitung nicht rechtzeitig erfolge.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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