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Verkehrssicherheit In Zetel Deswegen ist der Gehweg immer noch so schmal

Das Problem:

Der Gehweg an der Schulstraße in Zetel ist kaum einen Meter breit. An der schmalsten Stelle können nicht mal zwei Kinder nebeneinander laufen.

Am Tag gehen mehr als 100 Kinder von der Grundschule zur Mensa im Zeteler Kaffeehaus diesen Fußweg entlang. Es ist für sie der tägliche Weg zum Mittagessen.

Nadine Dittrich vom Schulelternrat sagt dazu: „Die Grundschule Zetel ist eine offene Ganztagsschule, die Inklusion lebt. Wir haben keine eigene Mensa, unsere Mensa für den Ganztagsbereich ist im Zeteler Kaffeehaus. Das bedeutet, dass nicht nur die Schule und das Kaffeehaus barrierefrei sein müssen, sondern auch der Weg dahin. Und der Weg ist weder barrierefrei noch sicher. Jedes Jahr gibt es mehr Anmeldungen im offenen Ganztag, irgendwann wird ein Großteil der Schüler in der Mensa essen.“

Die einfachste Lösung...

wäre es, den Gehweg einfach zu verbreitern. Das kostet nicht die Welt und macht den Weg für die Schüler zur Mensa sicherer. Auch die vielen anderen Schulkinder, die auf dem Weg zur Schule und wieder nach Hause laufen, hätten dann mehr Platz.

Am 3. September vergangenen Jahres hat die NWZ darüber berichtet, dass der Gehweg an der Schulstraße im Zuge der Ortskernsanierung und der Bauarbeiten an der Hauptstraße verbreitert werden soll. Dieser Plan ...

... ist gescheiter, weil

die Schulstraße dann sehr schmal werden würde. Das alleine wäre nicht das Problem – die Gemeinde Zetel will die Schulstraße einfach zur Einbahnstraße erklären. Das ist die logische Konsequenz: Wenn der Gehweg breiter und die Straße schmaler wird, passt nur noch ein Auto oder Schulbus auf die Fahrbahn. Doch wenn das so ist, kann auch kein Auto mehr auf der Straße parken. An der Schulstraße gibt es aber einen Friseursalon, dessen Kunden oft älter sind und in der Regel direkt vor dem Salon auf der Straße parken.

Würde die Straße schmaler, hätte der Friseur keine Parkplätze mehr. Das will die Gemeinde dem Geschäftsmann nicht zumuten.


Olaf Oetken vom Ordnungsamt der Gemeinde Zetel sagt: „Wir sind nicht verpflichtet, dafür zu sorgen, dass das Geschäft Parkplätze hat. Es ist ein reines Entgegenkommen. In großen Städten macht sich da keiner Gedanken drum. Aber hier vor Ort sind uns auch einzelne Gewerbebetriebe wichtig.“

Die nächste Idee...

der Gemeinde war es, dem Friseur Parkplätze auf dem gegenüberliegenden großen Parkplatz der Diskothek Mark 4 zu beschaffen. Das ist naheliegend: Der Parkplatz ist direkt gegenüber des Salons und zu den Geschäftszeiten des Friseursalons meist leer.

Die Gemeinde hat dem Eigentümer Hermann Wilkenjohanns vorgeschlagen, den Parkplatz, der zur Zeit abgesperrt ist, für alle Bürger zu öffnen. Im Gegenzug würde die Gemeinde eine bestimmte Summe zahlen und sich darum kümmern, dass der Parkplatz vom Bauhof gepflegt wird, etwa, wenn im Winter Schnee geräumt werden soll. Doch die Idee ...

... ist gescheiter, weil

Hermann Wilkenjohanns da nicht mitmachen wollte. „Ich kenne das schon. Wenn ich den Parkplatz für alle Bürger öffne, sind ständig meine Garagen zugeparkt. Auch der Lieferverkehr für unsere Diskothek wird dann oft behindert. Als ich den Parkplatz noch für alle offen hatte, haben die Eltern der Grundschulkinder ständig alles zugeparkt. Außerdem sind Lastwagen auf den Parkplatz gefahren und haben alles blockiert und das Pflaster kaputtgefahren“, sagt Hermann Wilkenjohanns.

Er hat eine bessere Idee: Er will die Stellplätze jetzt einzeln vermieten. Für 1,70 Euro pro Tag und Parkplatz will er zum Beispiel den Menschen, die in der Hauptstraße und drumherum arbeiten, Stellplätze vermieten. Das Ganze soll mit Chipkarten funktionieren, mit denen die Mieter der Stellplätze die Schranke zum Parkplatz öffnen können. „So wird das in großen Städten auch gemacht“, sagt er. Wenn die Disco geöffnet ist, soll die Schranke offenstehen,

Also: Keine öffentlichen Parkplätze für Friseurkunden bei Wilkenjohanns.

So geht es jetzt weiter:

„Wir wollen eine Lösung im Interesse aller, aber in erster Linie im Interesse der Schüler“, sagt Bürgermeister Heiner Lauxtermann. „Wir sind der Auffassung, dass im Interesse der Schüler etwas passieren und der Gehweg verbreitert werden muss.“ Trotzdem will die Gemeinde den Kunden des Friseurs Parkplätze anbieten. „Wir sind gerade dabei, zu klären, ob wir es schaffen, das Aufsetzgebot in der Kurzen Straße zu erweitern.“

Das bedeutet: Zusammen mit der Polizei und der Verkehrsbehörde des Landkreises soll geklärt werden, ob die Kunden des Friseurs ihre Autos mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig auf der angrenzenden Kurzen Straße parken können. „Außerdem werden wir dem Geschäftsinhaber anbieten, dass Autos vor dem Laden halten dürfen, damit jemand aussteigen kann“, so Lauxtermann.

Wenn die Verkehrsbehörde zustimmt, könnte der Gehweg „relativ kurzfristig“ auf 1,50 Meter verbreitert werden, so Lauxtermann.

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