Frankfurt - Die Deutsche Bank zieht einen teuren Schlussstrich unter den Dauerstreit um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns. 775 Millionen Euro zuzüglich Zinsen und anderer Kosten – dem Vernehmen nach insgesamt gut 900 Millionen Euro – kostet das Frankfurter Geldhaus der Vergleich, der am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) München besiegelt wurde. Zumindest in Zivilsachen ist das der teuerste Vergleich in der Geschichte der Deutschen Bank.
„Mit der heutigen Vereinbarung legen wir einen altbekannten und langjährigen Rechtsstreit bei“, ließ das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen mitteilen. Damit seien alle Auseinandersetzungen mit dem Kirch-Lager beendet. Die Einigung sei „im besten Interesse unserer Stakeholder“ – also Aktionären, Investoren und Kunden.
Mit dem Vergleich beendet die Bank nach fast zwölf Jahren die juristische Auseinandersetzung um eine Mitverantwortung für die Pleite des Kirch-Medienkonzerns 2002. Die Vergleichssumme geht zurück auf einen Vorschlag des OLG München aus dem März 2011.
Anlass der Dauerfehde war ein Interview des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer bei Bloomberg TV Anfang Februar 2002. Breuer äußerte darin Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit (siehe Info-Kasten). Wenige Wochen später meldete Kirch Insolvenz an.
Zeitlebens machte Leo Kirch die Bank und ihren ehemaligen Chef Breuer für den Zusammenbruch seines weit verzweigten Medienimperiums (Pro Sieben, Sat.1, N24) verantwortlich. Kirch trat eine Prozesslawine gegen Breuer und die Bank los, nach Kirchs Tod im Sommer 2011 setzten seine Erben die Fehde fort.
Kirchs Erben äußerten sich zufrieden mit dem Vergleich. „Wir begrüßen die Einigung, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass Leo Kirch dies noch erlebt hätte“, sagte ein Sprecher.
