Hamburg - Die beiden deutschen Containerreedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd steuern auf Fusionskurs. Zusammen würde in Hamburg die weltweit viertgrößte Linienreederei mit rund 250 Schiffen, mehr als 11 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 10 Milliarden Euro entstehen.
Beide Firmen prüfen zurzeit, „ob und unter welchen Bedingungen ein Zusammenschluss beider Unternehmen sinnvoll ist“, wie es am Dienstag in einer Pressemitteilung hieß. Der Reisekonzern TUI und die Stadt Hamburg als Hauptaktionäre der Hapag-Lloyd begrüßten die Fusionspläne. „Das ist eine große Chance“, sagte der Hamburger Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD).
Beide Firmen würden einander gut ergänzen: Hapag-Lloyd ist führend vor allem im Asienverkehr, Hamburg Süd ist stark bei Zielen in Nord- und Südamerika und dem Mittelmeer.
Reedereien stehen weltweit unter Druck, weil zu viele neue Schiffe auf den Markt kommen und so die Gewinnmargen verderben. Große Unternehmen können sich in dieser Situation im Wettbewerb besser behaupten. Bei einer Fusion von Hapag und Hamburg Süd wären hohe Kosteneinsparungen möglich, etwa in den Verwaltungen.
Eigentümer von Hapag-Lloyd, dem größeren der beiden Unternehmen, sind zu 78 Prozent das Albert-Ballin-Konsortium, das sich aus der Stadt Hamburg, dem Speditionsunternehmer Michael Kühne, der Versicherung Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank und Hanse-Merkur zusammensetzt, sowie die TUI AG (22 Prozent). Hamburg Süd gehört zum Familienunternehmen Oetker.
