Berlin - Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hat für offene Gesellschaften geworben und vor Protektionismus gewarnt. „Hier in Europa, aber auch in den USA werden die Stimmen immer lauter, dass wir uns vom Konzept der offenen Gesellschaft abwenden und uns stattdessen rückwärts orientieren“, sagte Grillo am Donnerstag beim „Tag der Deutschen Industrie“ in Berlin. „Die vor uns liegenden zwölf Monate mit Wahlen in Deutschland, in Frankreich und in den USA werden deshalb Monate der Entscheidung.“
„Kein Land braucht dringender eine offene Gesellschaft als Deutschland“, sagte Grillo. „Wir leben in der Mitte Europas, und wir sind die Exportnation Nummer eins. Die offene Gesellschaft, das bedeutet deshalb für uns zum Beispiel, dass wir selbstbewusst für freien Handel eintreten und bewährte Bündnisse jetzt mutig neu beleben.“ Der BDI-Präsident wünschte sich von allen Regierungsmitgliedern ein Bekenntnis zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP von EU und USA.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich auf dem BDI-Kongress dafür aus, die Verhandlungen „so lange fortzuführen wie das möglich ist“. . Merkel sagte zugleich, es gebe Spielräume für mehr Investitionen, etwa in die Verkehrs- oder die digitale Infrastruktur. Es gebe aber auch „Engpässe bei Planungskapazitäten“. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel warb für Investitionen in Schulen.
