Berlin - Deutschland bleibt die Konjunkturlokomotive Europas, auch wenn die Schwäche der Eurozone die Wirtschaft zunächst bremsen dürfte. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) senkte seine Wachstumsprognose für 2013 von 0,9 auf 0,7 Prozent. Auch für 2014 wird ein deutlich geringeres Wachstum von 1,6 Prozent Wachstum erwartet, nachdem DIW-Präsident Marcel Fratzscher zuvor noch von 2 Prozent ausgegangen war.

DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner gab sich für den weiteren Jahresverlauf dennoch zuversichtlich: „Die deutsche Wirtschaft kann sich von der schwierigen Lage in den Nachbarländern weiter entkoppeln und wächst kräftig, auch wenn wegen des schwachen Starts in das Jahr die Wachstumsrate 2013 noch recht niedrig ausfällt.“ Vor allem der private Konsum – durch steigende Beschäftigung und Reallohnzuwächse gefördert – stütze die Wirtschaft. In keinem anderen großen Land der Eurozone steige die Wirtschaftsleistung 2013.

Risiken gehen nach Einschätzung von Fratzscher vor allem von der Entwicklung in Italien und Frankreich aus. „Die Unsicherheit ist massiv.“ Die beiden größten Euro-Volkswirtschaften nach Deutschland bereiten auch der EU-Kommission vor allem wegen ihrer Exportschwäche Sorgen. In beiden Ländern seien die Löhne zu hoch und die Schuldenberge gewachsen, sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn.

Dass der Welthandel weiter nur unterdurchschnittlich wachse, daran habe maßgeblich der wirtschaftliche Rückgang in Europa sowie insbesondere „die wiederkehrenden Perioden von Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft des Euro“ Schuld, warnte auch die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. „Dabei erweist sich Deutschlands Volkswirtschaft im Vergleich weiter als relativ widerstandsfähig“, sagte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy.