Berlin/Neu Dehli - Die deutsche Wirtschaft sieht in Indien große Chancen – hat von dem bevölkerungsstarken Land aber weitere Reformen und eine stärkere Marktöffnung eingefordert. Mangelnde Rechtssicherheit, eine schwerfällige Verwaltung und fehlende Infrastruktur machten deutschen Unternehmen Investitionen in dem Land sehr schwer, sagte der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), Hubert Lienhard, am Montag. Dies gelte insbesondere für kleine und mittelständische Firmen.
„Mit Blick auf Zölle und weitere Handelshemmnisse muss Indien sich stärker öffnen, damit unsere Unternehmen ihr Engagement im Land ausbauen“, sagte Lienhard anlässlich des Indo-German Business Summit 2017 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem indischen Premierminister Narendra Modi an diesem Dienstag. Er forderte, die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien schnell wieder aufzunehmen. „Ein Abschluss des Abkommens wäre ein wichtiges Signal an deutsche Investoren.“
Indien ist eines der am schnellsten wachsenden Schwellenländer. 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent erwartet. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Indien betrug laut APA 2016 rund 17 Milliarden Euro. Davon waren knapp zehn Milliarden Euro deutsche Exporte. Der Bestand deutscher Investitionen in Indien belief sich Ende 2015 auf 13 Milliarden Euro.
