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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wigy-Forum: „Deutschland braucht Einwanderung“

29.11.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T21:03:12Z 280 158

Wigy-Forum:
„Deutschland braucht Einwanderung“

Oldenburg Eine „aktive Akzeptanz kultureller Vielfalt“ in Deutschland hat der renommierte Migrationsforscher Prof. Dr. em. Klaus J. Bade am Freitag in Oldenburg angemahnt. „Der Weg zur gelebten Willkommenskultur ist noch weit“, sagte er beim Forum der Wirtschaftsbildungsinitiative Wigy. Nur schönes Gerede genüge nicht. „Es kommt auf die Praxis an“, sagte Bade.

Der Verein Wigy, der sich seit 20 Jahren für ökonomische Bildung an Schulen engagiert, hatte unter dem Titel „Unternehmen und Schulen als Teil der Einwanderungsgesellschaft begegnen dem demografischen Wandel“ ein gesellschaftspolitisches Thema in den Mittelpunkt seiner Veranstaltung gerückt.

„Deutschland braucht Einwanderung“, betonte Bade mit Blick auf den demografischen Wandel und die Zukunft der Wirtschaft. Er wies darauf hin, dass die Migranten nicht nur vergleichsweise jung (im Schnitt 28 Jahren) seien, sondern auch vergleichsweise hochqualifiziert.

Auch Lutz Stratmann betonte, dass neben der Erschließung weitere Potenziale im Inland Maßnahmen für eine qualifizierte Zuwanderung unerlässlich seien, um dem demografischen Wandel zu begegnen. „Wenn wir nichts tun, wird das für unsere Wirtschaft zu einer echten Wachstumsbremse“, sagte der frühere niedersächsische Kultusminister (CDU/Oldenburg), der heute die Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft leitet.

Auf bis zu 800 000 Fachkräfte mit Migrationshintergrund können Arbeitgeber bis 2025 hoffen. Der dringend benötigte Nachwuchs steht aber nicht automatisch zur Besetzung freier Stellen zur Verfügung. „Wir müssen eine Willkommenskultur entwickeln, die Einwanderern hilft, in Deutschland und in der Arbeitswelt Fuß zu fassen“, sagte Stratmann.

Zuvor hatte bei der von Martina Raker moderierten und von der Band „tubeIN“ (Schüler des Neuen Gymnasiums und der Liebfrauenschule Oldenburg) musikalisch begleiteten Veranstaltung Werner Brinker, EWE-Chef und Wigy-Vorstandsvorsitzender, die Herausforderungen für Unternehmen durch den demografischen Wandel unterstrichen. „Wir müssen uns darum kümmern, wie wir den Fachkräftebedarf in Zukunft decken wollen.“ Die Integration von Menschen, die in Deutschland leben und arbeiten wollten, sei ein wichtiger Teilbereich. Hilger Koenig, Wigy-Vorstand und OLB-Vorstandsmitglied, stimmte Brinker zu: „Deshalb unterstützen wir Wigy, die Begegnungskultur zu fördern.“

Eindrücklich stellte Professor Dr. Hans Kaminski vom Institut für ökonomische Bildung (IÖB) klar, dass Appelle an Lehrer nicht fruchteten. „Eine allgemeine Aufforderung bringt gar nichts; das ist ein Staatsbegräbnis für die Idee, die dahinter steht.“ Pädagogen müssten unterstützt werden, wenn sie die Willkommenskultur an ihren Schulen ausbauen sollten.


  Ein Video zum Wigy-Forum:   www.nwzplay.de