Augustendorf - Als Klaus Hoffmann vor genau 50 Jahren die Leitung der Revierförsterei in Augustendorf übernahm, waren die Nadelbäume in dem Waldgebiet zwischen Augustendorf und Dwergte gerade einmal rund zwei Meter groß. Heute recken die Douglasien bis zu 30 Meter in die Höhe. Mehr noch: „Vor über hundert Jahren war hier noch eine Heidelandschaft und Sand, wohin man schaute. Jetzt gibt es hier einen dicht stehenden, qualitativ hochwertigen Waldbestand“, sagt Hoffmann.
Mehr Vielfalt in Wäldern
Zusammen steht der 84-jährige ehemalige Revierförster aus Friesoythe mit seinem direkten Nachfolger Onno Striowsky (60) aus Augustendorf vor einem Waldstück mitten im Gebiet Barenberg, das zur Försterei gehört (siehe Info-Kasten). Dieses halbe Hektar große Fleckchen Erde am Dwergter Weg verbindet die beiden auf ganz besondere Weise. Denn auf diesem Areal wurde von Hoffmann Anfang der 1990er Jahre begonnen, was von Striowsky nach seiner Amtsübergabe 1992 nahtlos weitergeführt wurde: Direkt unter die Douglasien wurden Buchen gepflanzt. Was auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als eine echte Besonderheit in niedersächsischen Wäldern.
Denn die Revierförsterei in Augustendorf war eine der ersten, die das Programm „Langfristige ökologische Wald-Entwicklung“ – kurz LÖWE – umgesetzt haben. Ziel dieser von der damaligen niedersächsischen Landesregierung verabschiedeten Vorgabe ist es unter anderem, mehr Vielfalt in die von Nadelbäumen dominierte Waldlandschaft zu bringen. Das bedeutet: Mehr Laubbäume, weniger Nadelbäume.
Das Prinzip geht auf. Unter dem schützenden Schirm alter, wertvoller Kiefern entsteht ein neuer Laubwald. Die rund 20 Jahre alten Buchen sind mittlerweile schon gut vier Meter hoch. Und es wurden noch viele Hektar mehr nach dem gleichen Verfahren bepflanzt. Weitere Flächen sollen in den nächsten Jahren folgen. Hoffmann und Stri-owsky sind zufrieden mit der Entwicklung des Waldes und verfolgen mit großem Interesse, wie sich das gemeinsam gestartete LÖWE-Programm auf ihren Wald auswirkt.
Fläche verdoppelt
Die beiden verbindet aber nicht nur das. Sie bringen es zusammen auf genau 50 Dienstjahre als Leiter der Revierförsterei Augustendorf. Während Hoffmann von 1965 bis 1992 für das Revier, das sich von der Thülsfelder Talsperre bis zum Eleonorenwald erstreckt, verantwortlich war, kümmert sich Striowsky von 1992 bis heute um den Wald. „In dem halben Jahrhundert hat sich viel getan“, sagen die beiden. So hat sich allein die zu bewirtschaftende Fläche von rund 1100 Hektar auf 2000 Hektar fast verdoppelt.
Dass sie den Wald lieben und Freude an ihrem Beruf haben oder hatten, merkt man den beiden Förstern an. Und sie sagen es auch: „Die Arbeit macht sehr viel Spaß.“ Doch wenn sie an den 13. November 1972 denken, vergeht ihnen der Spaß. An diesem Tag fegte Sturmtief „Quimburga“ über diese Region. 740 Hektar Wald wurden in der Revierförsterei Augustendorf innerhalb von zwei Stunden dem Erdboden gleich gemacht. Doch mit größten Anstrengungen gelang die Wiederaufforstung.
