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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Dicke Auftragsbücher dank Europa

12.01.2017

Frankfurt Am Main Das Geschäft mit Maschinen „Made in Germany“ ist zum Jahresende in Schwung gekommen. Bei Deutschlands Maschinenbauern gingen fünf Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahresmonat ein, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Vor allem die Nachfrage aus dem Euroraum zog deutlich um 7 Prozent an. Hier hatte in den Monaten zuvor häufig Flaute geherrscht. Zuletzt hatte sich die Stimmung der Unternehmen im gemeinsamen Währungsraum verbessert, davon profitierten nun auch die exportorientierten Maschinenbauer.

Aus dem Ausland gingen im November insgesamt 5 Prozent mehr Orders ein. Der Auftragseingang aus dem Inland stieg um 3 Prozent. Die steigende Nachfrage glich den schwachen Vormonat zum Teil wieder aus, wenngleich auf längere Sicht kaum Wachstum in Sicht ist. Wegen der schwächeren Inlandsnachfrage kamen im Dreimonatszeitraum von September bis November 2016 real 2 Prozent weniger Aufträge herein als ein Jahr zuvor.

Ein deutliches Minus von zehn Prozent und mehr verbuchten in diesem Zeitraum unter anderem die Hersteller von Gießereimaschinen sowie Hütten- und Walzwerktechnik. Die Nachfrage beispielsweise nach Verfahrenstechnik oder Bau- und Baustoffmaschinen stieg dagegen kräftig.

Die Produktion der Betriebe stieg in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres lediglich um 0,1 Prozent. „Die Prognose einer Stagnation in 2016 bleibt daher auch weiterhin realistisch“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Auch in diesem Jahr rechnet die mittelständisch geprägte deutsche Schlüsselindustrie angesichts der schwächelnden Weltkonjunktur und politischer Unsicherheiten nicht mit kräftig wachsenden Geschäften. Der VDMA geht von einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent aus. Der Umsatz soll von geschätzt 220 Milliarden Euro auf 224 Milliarden Euro steigen.

Durch die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sieht der VDMA zusätzliche Risiken. Protektionistische Tendenzen auch in anderen Ländern bereiten der Branche mit ihren mehr als einer Million Beschäftigten Sorge.

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