Eigentlich wollte Stephanie Harms ja mit Kindern arbeiten. Aber als sie nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Sozialassistentin aufnahm, merkte die 23-jährige Dötlingerin schon bald, „dass das mit den Kindern doch nicht immer ganz so lustig ist.“ Also absolvierte die Pferdeliebhaberin ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) im Bereich Agrar, in der Hoffnung, später als Pferdewirtin tätig werden zu können. Doch auch hier fühlte sich Stephanie Harms nicht so wirklich wohl.

Schließlich fand sie nach einer intensiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Berufsfeldern im November 2005 einen Ausbildungsplatz als Fleischereifachverkäuferin im Betrieb der Familie Thale an der Westerstraße in Wildeshausen.

Dort lernte sie in den vergangenen drei Jahren unter anderem, wie man schmackhafte Wurstplatten herstellt und welches Fleischstück sie an welcher Stelle bei Schwein oder Rind zuordnen muss. Denn „einige Kunden wollten schon genau wissen, was sie da überhaupt kaufen, und wenn ich das manchmal nicht wusste, habe ich eben den Fleischer dazu geholt“, schildert Harms ihren Ausbildungsalltag.

Ihr Handwerk hat sie im Verlauf der Ausbildung so gut erlernt, dass sie im Oktober gar aus einem Kreis von sechs Teilnehmern als dritte Landessiegerin der Nachwuchshandwerker in Niedersachsen hervorging. Zwei Tage lang hieß es in den Räumen der Handwerkskammer Oldenburg ein kreatives Hauptgericht aus Putenfleisch herstellen sowie Aufschnitt- und Käseplatten kunstvoll gestalten. Außerdem erforderte die Herstellung der Kanapees mit kleinen Dekorationen ziemlich viel Fingerspitzengefühl.

Ein wenig geübt hatte die Dötlingerin im Vorfeld des Wettbewerbs natürlich schon. „Aber eigentlich wollte ich die Einladung von der Handwerkskammer gar nicht annehmen“, sagt die Fachverkäuferin. Dass sie dennoch teilgenommen hat, bereut sie nun aber überhaupt nicht mehr. „Für mich war das eben eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. So eine Chance ist immerhin einmalig.“ jch


Stephanie Harms

Fachverkäuferin