Berne - Die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen gelingt zwar bisher noch gut in der Gemeinde Berne, aber die Belastungsgrenze wird erreicht. Das berichtete Fachbereichsleiter Michael Heibült am Dienstagabend im Schulausschuss. Die Verwaltung reagiere darauf unter anderem mit mehreren Stellenausschreibungen, sagte Heibült.

Eine Auszubildende werde zum 1. April übernommen, um die Abwicklung der finanziellen Leistungen für Asylbewerber sowie die Wohnraumgewinnung, Einrichtung und Abrechnung zu gewährleisten. Eine weitere Stelle dafür werde ausgeschrieben, sobald der Haushalt 2016 durch die Aufsichtsbehörde (Landkreis) genehmigt ist, berichtete Heibült weiter.

Auch für die Betreuung von Flüchtlingskindern in den Kindertagesstätten in Nachmittagsgruppen seien Stellen im Haushalt bereits eingeplant, die ebenfalls nach der Genehmigung ausgeschrieben werden, sagte Heibült.

22 Kinder seien derzeit zu betreuen. Deren Altersspanne reiche vom Neugeborenen bis zum schulpflichtigen Kind.

Ratsfrau Dr. Verena Delius (Grüne) regte in diesem Zusammenhang an, zu prüfen, ob zumindest übergangsweise Tagesmütter oder Eltern auf privater Ebene für die Betreuung gewonnen werden könnten, weil die Zeitspanne von der Stellenausschreibung bis zur Stellenbesetzung zu lang sei. „In dieser Zeit muss mindestens ein Elternteil zu Hause bleiben und kommt dann nicht zu den Sprachkursen“, gab sie zu bedenken.

Nach Angaben von Michael Heibült hat die Gemeinde seit 2009 eine Aufnahmepflicht von 167 Asylsuchenden gehabt. Davon sind bisher 123 in Berne angekommen. Neben der damit noch ausstehenden Unterbringungsverpflichtung für 44 Personen erwartet die Verwaltung im April eine erneute Verteilquote. „Ich rechne bis zum Ende der Sommerferien mit weiteren 100 Personen“, sagte er.


Die Gemeinde werde dann erhebliche Schwierigkeiten haben, allen Zugewiesenen adäquaten Wohnraum anzubieten. „Der Wohnungsmarkt in Berne ist ausgeschöpft“, stellte Heibült klar.

Für die 44 Personen, die von der Gemeinde noch untergebracht werden müssten, seien Wohnungen vorhanden – 23 habe die Gemeinde noch angemietet. Aber dann sei die Belastungsgrenze erreicht, zumal mittlerweile „die Marktgesetze von Angebot und Nachfrage greifen“, verwies er darauf, dass es immer schwieriger werde, Wohnungen nach den gesetzlichen Vorgaben für maximal 4,10 Euro pro Qua-dratmeter anzumieten. Zudem gebe es Vermieter, „die partout nicht an die Gemeinde vermieten möchten“.

Ausdrücklich dankte Michael Heibült allen ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung Aktiven. „Diese Arbeit ist unbezahlbar“. Diese Helfer brauchten aber auch Unterstützung. Deshalb soll „kurzfristig“ eine Koordinierungsstelle geschaffen werden.

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement