Sande - Ironisch nannten sie ihren Kegelklub bei der Gründung vor 40 Jahren „Lahme Enten“. Unverkennbar ist, dass die einst recht flotten „Enten“ und „Erpel“ inzwischen tatsächlich in die Jahre gekommen und besinnlich und langsamer – wenn auch nicht lahm– geworden sind.
Nun zogen die Sander Kegelfreunde, die alle zwischen 70 und 81 Jahre alt sind, die Konsequenz: Bei einem letzten Kegelnachmittag im „Landhaus Tapken“ beschlossen sie nach vier Jahrzehnten die Auflösung der zahlenmäßig arg geschrumpften Runde.
Ein letztes Mal wurden die Kugeln geschoben und bald soll in einer Jahreshauptversammlung nur noch die Kasse geplündert werden. Noch einmal wurde – passend zur Jahreszeit – der „Tannenbaum“, ein beliebtes Kegelspiel, von den „Hinterbliebenen“ mehrfach abgeräumt und bei Kaffee und Torte die Freundschaft gefeiert.
Einst waren es sieben Ehepaare, die im Dezember 1972 im damaligen „Sander Hof“ den Klub gründeten. Daran erinnerte Kegelmutter Elfriede Toelstede, die ihr Amt seit rund 30 Jahren mit akribischer Genauigkeit ausübt und mit Ehemann Rolf kurz nach der Gründung eintrat.
Später wechselte der Klub vorübergehend für kurze Zeit in den „Lindenhof“ in Middelsfähr, kehrte jedoch bald zurück und verließ das angestammte Lokal erst nach Abriss des Gebäudes. Die Keglerinnen und Kegler entschieden sich für das „Landhaus Tapken“, wo sie sich seitdem wohl fühlten und gern gesehen wurden.
Einige Sterbefälle und Austritte aus Altersgründen konnten stets durch neue Mitglieder ausgeglichen werden. Zuletzt waren allerdings nur noch neun Frauen und Männer beteiligt und acht in der Lage, aktiv zu kegeln.
Die Ältesten von ihnen waren Hans Gerlach (81) und Ehefrau Elisabeth (80). Auch Harry Zemke, der mit Ehefrau Henni zur stets gut gelaunten Truppe zählte, vollendete in diesem Monat sein 80. Lebensjahr. Hinzu kamen Hanna und Robert Henkel, Walter Feuerstein und als Jüngster in der Runde der „Lahmen Enten“ Rolf Toelstede (70) mit seiner Ehefrau.
Um den Kontakt weiter zu pflegen, wurden monatliche Treffen zum Kaffeeklatsch vereinbart. Gemeinsam möchte man künftig auch ab und zu eine Tagesfahrt machen, wie sie früher regelmäßig stattfanden, oder ein Essen vereinbaren.
