Mein erstes Halbjahr in den USA ist vorüber. Erstes Ziel im August war New York City. Wir waren alle begeistert und haben uns direkt in den amerikanischen „Way of Life“ fallen lassen. Mit mir sind 50 andere Teilnehmer angereist, um ein viertägiges Seminar über die letzten wichtigen Dinge zu besuchen – wie einen Autokauf. Natürlich blieb genügend Zeit für Sightseeing und gutes mexikanisches Essen.

Anschließend ging es auf die so genannte Homestay-Tour, die für mich nach einer 20-stündigen Zugfahrt nach Chicago ging. Somit habe ich in der ersten Woche gleich zwei der größten US-Städte gesehen.

Am 15. August lernte ich dann meine jetzige Gastfamilie in Appleton (Wisconsin), die Marcks, kennen. Ich wurde sehr herzlich empfangen, und einige Tage später begann mit dem College auch schon der Alltag.

Neben meinem Hauptfach Chemie konnte ich neue Erfahrungen im Bereich Biologie und Anatomie machen. Dabei habe ich die drei „Kellerleichen“, die dem College gehören, kennen gelernt und konnte meinen Traumjob als Pathologin etwas mehr ausleben. Einen unverhofften Volltreffer habe ich mit der „Alcohol & Drugs“-Klasse gelandet. Hier berichteten einige ehemalige Abhängige von ihren Erlebnissen – und das hautnah.

Doch, das College war eine schöne Zeit. Studieren von montags bis mittwochs und donnerstags bis sonntags Wochenende. Doch dafür hatten die Hausaufgaben und Referate es in sich. Denn zwei bis drei Stunden Vorbereitung pro Unterrichtsstunde sind Pflicht. Mit einem anfänglichen sprachlichen Defizit konnte ich eine gute Stunde drauf rechnen, womit nicht mehr allzu viel Freizeit übrig blieb. Aber zwischendurch habe ich sie mir einfach genommen.


Zu Beginn meiner Zeit in den USA standen noch einige wichtige Dinge auf dem Plan, ohne die das Leben drüben nicht funktioniert. Meine „Social Security Number“ musste beantragt werden, einen amerikanischen Führerschein konnte ich mit einem Gang und 18 Dollar ärmer beim „Driver's Licence Office“ abholen. Das Wichtigste und Aufwendigste war allerdings der Autokauf: Ohne Auto ist man nicht sicher unterwegs. Fahrradfahrer sieht man höchstens einmal im Monat und dann auf den Straßen fahrend, da es keine Radwege gibt. Und zum Schluss stand noch das Eröffnen eines Bankkontos an, womit mir außer der Greencard für ein echtes Ami-Dasein nichts mehr im Wege steht.

Hanna Brengelmann (20) aus Neerstedt nimmt am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses teil. Weitere Erfahrungen und Berichte können auf der Webseite

www.hannagoesusa.blogspot.com nachgelesen werden.