Astederfeld - Barfuß sitzt Karin Kröger in ihrem Wintergarten, die zweifarbige Iris ihrer Augen funkelt, als sie beginnt, von ihrer Arbeit als Heilerin zu erzählen. Nein, es ist nicht nur ihr Beruf, es sei ihre Berufung. Natürlich wisse sie, dass viele Menschen erst mal nur an Dinge glauben, die sie auch sehen und anfassen können. Karin Kröger hat nichts gegen Skeptiker.

„Die Menschen müssen nicht daran glauben“, sagt sie über ihre „Gaben“, wie sie es nennt. Aber dennoch: Ihr Terminkalender sei voll bis zum Rand. „Die Leute kommen zu mir, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Und wenn sie einmal bei mir waren, kommen sie auch wieder“, sagt Karin Kröger. Die 61-Jährige ist seit 19 Jahren selbstständige Heilerin, jetzt hat sie das, was das Heilersein für sie ausmacht, in einem Buch zusammengefasst.

Darin berichtet sie von ihrem Leben und ihrer Arbeit, aber auch von ihren Patienten. „Einmal war ein Mann bei mir, der bestand eigentlich nur aus Ängsten“, sagt Karin Kröger mit ihrer sanften Stimme. Der Mann habe einfach nicht mehr weiter gewusst, und sei zu ihr gekommen, obwohl er nicht an göttliche Gaben und heilende Kräfte geglaubt habe. „Aber dann, als er bei mir in Behandlung war, sagte er: Jetzt glaube ich auch, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt. Dinge, die man eben nicht anfassen oder beweisen kann.“

Die Fähigkeit, zu heilen – durch Berührung und Behandlung mit ihren Händen – habe sie von ihrem Vater „geerbt“, sagt Kröger. Die nackten Füße mit den lackierten Nägeln wippen schwungvoll, sie trägt Jeans und Lippenstift. Sie sieht nicht so aus, wie man sich klischeehaft jemanden vorstellt, der überzeugt ist, überirdische Gaben zu haben.

Ihre ganze Geschichte hat etwas Bodenständiges. Ihr Vater habe bei der Arbeit auf der Ziegelei und nach Feierabend schon seine Kollegen geheilt. Sie selbst hat Verkäuferin bei Albrechts in Neuenburg gelernt und erst später beschlossen, hauptberuflich zu heilen.


„Es gibt eigentlich keine Krankheit, die ich nicht behandele“, sagt sie. Skeptikern berichtet sie von der positiven Resonanz und der Treue ihrer Patienten. Und das ist etwas, das sich beweisen lässt.

  

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales