Fedderwardersiel - In der Grünlandregion Wesermarsch ist die Milch nicht nur ein bedeutsames Wirtschaftsgut, sondern seit Urzeiten auch ein wichtiges, variationsreiches Grundnahrungsmittel. Beide Aspekte standen im Mittelpunkt des 28. „Gooden Butjenter Eeten“. Das bescherte den 120 Gästen der seit Wochen ausverkauften Veranstaltung der Butjadinger Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ am Freitag im Restaurant Nordseeblick in Fedderwardersiel einen informativen und genussvollen Abend.

Dass das Interesse am „Gooden Butjenter Eeten“ auch bei der 28. Auflage ungebrochen groß war, freute Renate Knauel, neue Vorsitzende des „Gezeiten“-Arbeitskreises und seit vielen Jahren Organisatorin des kulinarischen Abends. Dessen Reiz liegt auch darin, dass die Teilnehmer beim Erwerb der Eintrittskarte nicht erfahren, was ihnen serviert wird. Dass die Milch diesmal eine Rolle spielen würde, konnte man aber anhand des auf dem Programm stehenden Vortrages „Milch – gesund, nachhaltig und weltweit“ erahnen.

Gemäß den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Kinder 400 bis 450 Milliliter sowie Erwachsene 300 bis 400 Milliliter Milch pro Tag verzehren, erläuterte Kristine Kindler den Teilnehmern des „Butjenter Eeten“. Die Geschäftsführerin der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen in Hannover wies dabei auf die unter anderem für Muskelaufbau, Wachstum, Energielieferung, Knochen und Zähne wichtigen Nährstoffe in der Milch wie Eiweiß, Fett, Zucker, Vitamine und Kalzium hin.

Zum Thema Nachhaltigkeit stellte Kristine Kindler fest, dass Landwirte in Generationen mit der Natur und damit im besten Sinne nachhaltig wirtschafteten. Dabei sollen Ziele des Umweltschutzes, des sozialen Miteinanders und des wirtschaftlichen Erfolges gleichberechtigt nebeneinander stehen. Für die Landwirte bedeute das, unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten mit gesunden Tieren einen hochwertigen und gesunden Rohstoff zu liefern. Mit Blick auf die Ökologie stehe die natürliche Wirtschaftsweise im Vordergrund. Moderne, offene und durchlüftete Ställe beispielsweise verbrauchten wenig Energie. Aus dem sozialen Blickwinkel böten Milchviehbetriebe naturnahe Arbeitsplätze und ein vielfältiges Aufgabenspektrum.

Kristine Kindler hielt ihren Vortrag zwischen den vier Gängen des „Gooden Butjenter Eeten“. Als Vorspeise wurde eine Graupensuppe mit Rindfleisch, als Zwischengericht Pfannkuchen mit Rahm-Champions vom Groden serviert. Als Hauptgang wurde ein Rinderschmorbraten in Form eines Festtagsessen aufgetischt. Ein Reisauflauf mit Früchten beendete den kulinarischen Genuss, wobei die Rezepte für alle Gänge natürlich wieder aus dem bereits in der 9. Auflage erschienenen, vom Verein Förderkreis Butjadingen herausgegebenen Butjenter Kokbook stammen.


Der Dank und Beifall von Renate Knauel und den 120 Gästen galten Koch Uwe Kaehler und seinem Team vom Restaurant Nordseeblick, die einmal mehr für den kulinarischen Genuss verantwortlich waren. Als Jelly Jokers Jukebox sorgten Detlef Extra und Michael Feldhusen für die musikalische Umrahmung des wieder gelungenen 28. „Gooden Butjenter Eeten“, das nach dreieinhalb Stunden mit dem Singen der Butjadinger Nationalhymne Hurra Butjarland traditionell ausklang.