Oldenburg - Wie werde ich ein Best-of-Optimist, wie viel Optimismus ist gut und ab wann wird es gefährlich? Und ist Realismus tatsächlich eine Karrierebremse? Mit all diesen Fragen beschäftigte sich Dr. Jens Weidner am Dienstagabend bei seinem Vortrag in der NWZ-Impulse-Reihe im Kulturzentrum PFL. Eingeladen hatten die Nordwest-Zeitung und das Sprecherhaus.
Optimismus sei „der unverzichtbare Motor jedes Unternehmens, der Mitarbeiter und Führungskräfte ermutigt, schwierige Prozesse anzupacken und positiv in die Zukunft zu schauen“, sagte Weidner.
Der Bestseller-Autor und Professor für Erziehungswissenschaften, Kriminologie und Viktimologie erzählte von seinen Erfahrungen aus dem Umgang mit Strafgefangenen, stellte gewitzte Thesen auf und wagte auch einige Experimente mit dem Publikum.
Weidners Geheimwaffe zum erfolgreichen Optimisten: der sogenannte „Above-Average-Effect“. Wie der funktioniert? „Schreiben Sie alle Dinge auf, die Sie besonders gut können und lesen Sie sich diese Liste immer wieder durch. Diese Eigenschaften verinnerlichen Sie und sollte Sie jemand kritisieren, kramen Sie innerlich die Liste hervor, das hilft, denn schließlich steht vielleicht nur ein Kritikpunkt gegen zig positive“, sagte Weidner.
Unterschieden werden fünf Optimismus-Typen: der realitätsverbiegende Zweckoptimist, der ein Meister im Schönreden sei; der naiv-hoffnungsvolle Typ, der sich durch Risikofreudigkeit und Problemignoranz auszeichne; der verdeckt-heimliche Optimist, der meist das Schlimmste annehme, um hinterher sagen zu können, dass eh alles nur besser werden könne; der fatalistische Optimist, der begeisterungsfähig aber inkonsequent sei – dafür aber Dinge wertschätzt – und der Best-of-Optimist mit allen Voraussetzungen für Erfolg. „Er ist maßvoll risikobereit, hat die richtige Portion Realismus, bewältigt Krisen und ist ein Meister der Risikoeinschätzung“, sagte Weidner.
Einige Tipps gab er den Zuhörern noch mit auf den Weg: „Kritisieren Sie nicht öffentlich, aber loben Sie öffentlich, kritisieren Sie nur unter vier Augen und in gedämpfter Tonlage und folgen Sie dem Lob-Kritik-Lob-Prinzip“, sagte er. Schließlich mache Optimismus die Welt zwar nicht schöner, aber ein großes Stück erträglicher.
Den nächsten Vortrag „Immun gegen Zeiträuber“ hält Cordula Nussbaum am 9. Mai, 19.30 Uhr, im PFL (Peterstraße 3).
