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Handwerk Die Rückkehr des Zimmermanns

Erhard Drobinski

Husbäke - Zünftige Rückkehr: Drei Jahre lang war der Zimmermann Benjamin Kaiser aus Husbäke auf Wanderschaft. In dieser Zeit hielt sich der 23-Jährige in 19 europäischen Ländern auf, arbeitete und lebte von dem, was er bekam. Nun kehrte er nun in seine Heimat zurück. Doch so einfach nach Hause gehen, seine Familienangehörigen begrüßen und sich dann ausruhen – das war nicht möglich. Er wurde den Zunftregeln entsprechend von einigen anderen Zimmermannsgesellen, die ihn begleiteten, verabschiedet.

Tränenreiche Begrüßung

15 junge Männer, Zimmermannsgesellen der Rolandsbrüder „Rolandsschacht“, begleiteten Benjamin Kaiser auf seinen letzten Kilometern in Richtung Heimat. Drei Jahre lang durfte er sich seinem Heimatort nicht nähern, wobei der Bannkreis 60 Kilometer betrug. „Weil seine Schwester in Jena wohnt, und er dort in der Gegend einmal tätig war, hatte ich die Möglichkeit, ihn während dieser Zeit einmal zu treffen“, erzählte seine Mutter Dagmar Kaiser. Sie war es auch, die mit Familienangehörigen und Freunden ihren Sohn nach drei Jahren wieder in Empfang nehmen konnte. Ihren Tränen schämte sie sich dabei nicht, ebenso wie Vater Wolfgang Kaiser, der von dem Wiedersehen völlig überwältigt war.

Bevor Benjamin seine Familie und Freunde begrüßen konnte, hatte er im wahrsten Sinne des Wortes den Heimatort zu betreten. Dazu musste er zuerst sein Hab und Gut über das Ortsschild Richtung Heimat werfen, um dann selbst über das – vorher geschmückte – Ortsschild zu klettern. Seine Zimmermannkameraden halfen ihm dabei, das Ortsschild zu erklimmen und ihn anschließend auf der anderen Seite in den Armen aufzufangen. Damit war seine Wanderschaft auch offiziell beendet.

„Für mich war es die beste Entscheidung, die ich für mich treffen konnte“, zog Benjamin ein positives Fazit. Natürlich hatte er auf seiner Wanderschaft auch negative Erfahrungen gemacht, wurde als Dieb oder Betrüger beschimpft – doch das Positive überwog deutlich. „Ich habe in den vielen Ländern Menschen kennengelernt, zu denen ich auch weiterhin den Kontakt halten möchte. Mir wurde Vertrauen entgegengebracht. Und immer, wenn ich Arbeit gesucht habe, habe ich auch welche gefunden.“

Erfahrungen gesammelt

Als Erfahrungsschatz würde er jedem Handwerksgesellen empfehlen, auf Wanderschaft zu gehen. In den verschiedenen Ländern lernte er unterschiedliche Arbeitsweisen kennen – ein großer Vorteil für die eigene Entwicklung.


Nach der Rückkehr hieß es aber erst einmal mit seiner Familie, den Freunden und auch den Zimmermanngesellen: kräftig zu feiern.

In den nächsten Tagen startet für Benjamin Kaiser dann wieder in den normalen Arbeitsalltag: In Jeddeloh II wird er künftig bei einer Hochbaufirma als Zimmermann tätig sein.

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