Wiefelstede - Kuh Nummer 1 will sich nicht „rangieren“ lassen. Mir ihren vier „Kolleginnen“ aus der Milchproduktion wird sie an diesem Freitagmorgen auf dem Hof der Familie Heinen in Conneforde gerade im Kreis herumgeführt – unter den gelehrigen Augen von 140 Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schulen (BBS) Ammerland.
Der alljährliche Tierbeurteilungswettbewerb im „Beritt“ der Zuchtverbände „VOSt“ und „Masterrind“ findet da statt. Die angehenden Landwirte sollen lernen, die körperlichen Schwächen der Kühe zu erkennen und sie danach in eine Reihenfolge der „besten“ bis zur „schlechtesten“ Kuh zu bringen. „Die Beurteilung nach äußeren Merkmalen, dem Exterieur, ist wichtig für die Zucht – und damit für eine lange Nutzungsdauer der Kühe“, weiß Berufsschullehrerin Elke Schröder-Hayen. Tierschauverein Ammerland und BBS haben zu dem Wettbewerb eingeladen.
Zunächst müssen die Schüler drei Kühe kritisch unter die Lupe nehmen und ihre Erkenntnisse in einem Tierbeurteilungsbogen festhalten. Geprüft wird auch die richtige „Beckenneigung“ oder die „Hinterbeinwinkelung“. Auch die „Vordereuteraufhängung“ wird geprüft. Und die „Strichplatzierung“ gibt Aufschluss darüber, ob Kuh und Melkmaschine gut miteinander können – ob alles richtig sitzt.
Nun – beim „Rangieren“ – zickt Kuh Nummer 1. Stur wie ein Esel will sie sich nicht weiterführen lassen. Da muss Renke Hollmann, Vorsitzender des Tierschauvereins Ammerland, ganz schön „ackern“, um das nicht gerade leichte Tier zu bewegen.
Insgesamt acht Schüler qualifizieren sich an diesem Tag für den Landesentscheid. Vorn in ihren Jahrgängen sind Tammo Reil (Nordloh, 1. Jahrgang), Cintja Spille (Hude, 2. Jahrgang) und Anna-Louise Strodthoff-Schneider (Jade, 3. Jahrgang).
15 Prozent der Schüler sind Frauen. Die BBS meldet insgesamt leicht steigende Schülerzahlen für die Branche.
