Diekmannshausen - Mit dem letzten von insgesamt sieben Aktionstagen hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) am Sonntag im Museum „Kaskade“ sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Besucher waren zum Tag der offenen Tür nach Diekmannshausen gekommen, um über Wasserexperimente zu staunen und heißen Rhythmen zu lauschen.

Nach einem fast dreijährigen Umbau hat der OOWV das Museum als moderne, barrierefreie Wissenswelt fertiggestellt. „Es ist kaum vorstellbar, dass nach Kriegsende vor 70 Jahren die Wassernot so groß war, dass die Menschen Regenwasser auffangen oder Wasser über weite Strecken herbeitragen mussten“, blickte OOWV-Verbandsvorsteher Sven Ambrosy in seiner Rede auf die Anfänge zurück. Das Grundwasser der Wesermarsch ist so versalzen, dass es nicht nutzbar ist.

„Die Gründungsväter haben eine weise Entscheidung gefällt, als sie den OOWV gründeten und somit gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land überhaupt erst ermöglichten. Der solidarische Gedanke trägt bis heute, dass Regionen in der Versorgung einander unterstützen. Wasser ist kein Spekulationsobjekt. Und das ist gut so“, sagte Ambrosy.

Das Speicherpumpwerk ist das älteste Gebäude im Verbandsgebiet des OOWV. Es wurde auf sechs Ebenen zu einer modernen Wissenswelt umgestaltet. Durch Fördermittel des europäischen „Leader“-Programms konnte ein Außenfahrstuhl gebaut werden. Die interaktive Ausstellung ist jetzt weitgehend barrierefrei. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die besten Projekte im Landkreis durch Fördermittel unterstützt werden“, erklärte Regina Neuke, Bürgermeisterin der Gemeinde Lemwerder und Vorsitzende der LAG „Wesermarsch in Bewegung“. Die neue Kaskade habe als Bildungs- und Lernort die notwendigen Förderkriterien erfüllt. „Wir befinden uns hier in einer der tollsten, modernsten, innovativsten und pfiffigsten Ausstellungen der Region. Und diese ist jetzt durch den Fahrstuhl auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erlebbar“, sagte Neuke.

Sven Ambrosy hob die Bedeutung des Wasserverbands hervor, der in der Branche zu den zehn größten Versorgern zählt. „Hier liegt der Beginn der zuverlässigen Wasserversorgung in der Region. Die Kaskade ist damit die Keimzelle für die großartige Entwicklung des OOWV in den vergangenen 70 Jahren.“


Der Wandel in der Branche stand auch im Mittelpunkt der Rede von Geschäftsführer Karsten Specht. Mehr als 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich beim OOWV um die sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. „Sie erledigen ihre Aufgabe mit großer Leidenschaft und hohem Verantwortungsbewusstsein. Deshalb gilt unser Dank heute in erster Linie ihnen“, so Specht.

Unter seiner Regie vollzieht der OOWV seit einigen Jahren einen strukturellen Wandel. Mit dem Ziel, die örtliche Präsenz zu stärken und Dienstleistungen zu verbessern, wurde das Verbandsgebiet in sieben Regionen eingeteilt. Und auch die Kundenbindung wird gestärkt. So geht der OOWV jetzt mit einem Kundenportal online, das in einem ersten Schritt für 350.000 Hausanschlussnehmer freigeschaltet ist.

Auf dieser Seite können Vertragsdaten eingesehen und geändert werden. Ab Mitte des Jahres dient es zudem als Vermarktungsportal für regionale Produkte und Händler. Specht: „Wer regional einkauft, trägt zum Umwelt- und Wasserschutz bei. Wir sind davon überzeugt, unseren Kunden auf diesem Portal einen echten Mehrwert mit direktem Bezug zum Wasser zu bieten.“

Gefeiert wurde im Museum Kaskade mit Shows, Musik, Führungen und allerhand kulinarischen Angeboten an Foodtrucks. Die Mischung aus Wissen und Unterhaltung kam an.

Trotz milder Außentemperaturen kamen sogar Kufenflitzer auf ihre Kosten. Sie zogen auf einer synthetischen Eisbahn ihre Runden. Ein Höhepunkt war der Auftritt der „Physikanten“, die das Publikum mit ihrer „H2O“-Show verblüfften.

In Experimenten machten sie anschaulich, wie Schwerkraft auf Wasser wirkt und ließen Fässer implodieren. Die Künstler von „TubeArt“ erzeugten mit Fässern und Rohren wuchtige Beats und auch die „SuperBrass“ sorgten für Stimmung.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne