Delmenhorst/Harpstedt - Aller Schnäppchenjäger- und Geiz-ist-geil-Mentalität zum Trotz: „Es gibt viele Kunden, die gute Dienstleistung haben wollen“, ist der Harpstedter Malermeister Heiner Haake überzeugt. Eben diese gute Dienstleistung wurde dem Unternehmen des 42-Jährigen am Montagabend bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft in Delmenhorst bescheinigt. Britta Jochims, Kreishandwerksmeisterin (und Obermeisterin der Maler- und Lackiererinnung), würdigte dort das 50-jährige Bestehen des Betriebes mit der Goldenen Ehrenurkunde der Handwerkskammer Oldenburg.
Sein Betrieb, so sagte Haake, sei genau genommen schon etwas älter. Sein Vater Günter Haake hatte das Unternehmen um 1. Januar 1966 gegründet – damals schon am heutigen Firmensitz Mühlenweg 15. Drei bis vier Gesellen habe der Betrieb in den folgenden Jahren gehabt, sei viel in Bremen tätig gewesen, weiß Heiner Haake.
1990 stieg er selbst als Lehrling mit ein. Drei Jahre später war er Geselle, sieben Jahre später Meister. Nach dem Tod des Vaters führte er den Betrieb zunächst mit seiner Mutter fort, im März 2005 übernahm er die Verantwortung als alleiniger Inhaber. Drei Gesellen werden aktuell beschäftigt, zwei von ihnen schon seit rund 25 Jahren.
„Etwas erstellen, erhalten, verschönern, Werte erhalten“ – das sei schon sein Ding, sagt Heiner Haake. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, 1990 in den väterlichen Betrieb mit einzusteigen. Als „gut“ bezeichnet er die Auftragslage, Auftraggeber kämen vorwiegend aus dem Kreis von Privatkunden. Vielfach werde es weitergetragen, wenn Kunden mit dem Maler zufrieden sind, ergänzt Haakes Frau Heike.
Indes: Technische Weiterentwicklungen oder zunehmender Lohndruck hätten auch das Malerhandwerk verändert. „Den ruhigen Ponyhof-Job gibt’s nicht.“ Sorge bereitet ihm der Nachwuchsmangel im Handwerk: „Der wird uns hart treffen, die ganze Gesellschaft“ – selbst wenn es gelinge, einen größeren Teil der freien Stellen durch Zuwanderer zu besetzen.
