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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Diepholzer behalten stets alles im Blick

01.12.2012

Diepholz Wenn Thomas Hoffmann, Vorstand der Artec Technologies AG, erklären soll, was sein Unternehmen eigentlich macht, bringt er es auf einen einfachen Nenner: „Alles dreht sich letztendlich um die Information“, sagt er.

Die Softwareentwicklungsfirma mit 25 Mitarbeitern aus Diepholz, eines der wenigen börsennotierten Unternehmen im Nordwesten, hat sich weltweit einen Namen als Spezialist in Software- und Systemlösungen für die Übertragung, Aufzeichnung von TV, Video, Radio, Audio und Metadaten in Netzwerken und Internet sowie Videoüberwachung gemacht. Unter den Kunden finden sich so namhafte Sender, Nachrichtenagenturen und Telekommunikationsunternehmen wie WDR, MDR, RTL, Euronews, CNN in Hongkong, ABC in Australien, die Telekom oder die Qatar News Agency.

Für die Nachrichtenagentur in Katar etwa haben die Diepholzer ein digitales Archivierungssystem entwickelt, mit dem täglich 200 TV- und Hörfunksender in Echtzeit erfasst und digital archiviert werden. „Die Redaktion der Qatar News Agency kann online auf die TV-Inhalte zugreifen, über eine Suchfunktion sekundengenau nach bestimmten Worten oder Begriffen in dem umfangreichen Archiv recherchieren und sich auf Wunsch den dazugehörigen Videoausschnitt ansehen“, erläutert Hoffmann. Dank Spracherkennungssoftware würden fremdsprachliche Beiträge auch gleich in die Landessprache übersetzt.

Bei einem großen deutschen Fernsehsender wird die von Artec entwickelte Mitschnitttechnik, die unter dem Namen „Xentaurix“ firmiert, zur Zuschaueranalyse genutzt. Die Lösung zeigt auf Basis der Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) etwa sekundengenau auf, wie viele Zuschauer, zu welchem Zeitpunkt eine Sendung gesehen haben und wann sie zu welchem anderen Sender gewechselt sind. „Unsere Software liefert dem Fernsehunternehmen damit etwa gezielte Informationen darüber, wie welche Werbeeinheit optimal platziert werden kann“, sagt Hoffmann.

Zweites Standbein von Artec sind Videoüberwachungssysteme unter dem Markennamen „Multieye“. „Eine Kamera hat nicht nur die Funktion, eine Straße zu überwachen“, sagt Hoffmann. „Eine Kamera ist eine Quelle, die permanent Informationen liefert, die man auswerten kann.“ Und so hat Artec etwa Systemlösungen entwickelt, die auch zur Umweltbeobachtung, zur Zählung von Personen oder zur Brandfrüherkennung genutzt werden können.

Das Thema Datenschutz spiele in diesem Bereich eine große Rolle, so Hoffmann, So könnten bei der Artec-Software etwa mittels eines speziellen Filters in der Liveansicht sich bewegende Personen unscharf gezeichnet werden. „Damit bleibt der Persönlichkeitsschutz jederzeit gewahrt“, betont Hoffmann.

Dass sich der Diepholzer einmal so intensiv mit Datenschutz und Brandfrüherkennung beschäftigten würde, hätte er zu Beginn seiner unternehmerischen Karriere vermutlich auch nicht gedacht. Ende der 80er-Jahre hatten Thomas Hoffmann und sein Bruder Ingo, heute ebenfalls Vorstand bei Artec, sich in Diepholz zunächst mit Alarmanlagen-Technik beschäftigt. 2000 gründeten sie dann die Artec Technologies AG, 2006 gingen sie mit dem Unternehmen an die Börse.

„Wir hatten eine interessante Technik, nun standen wir vor der Frage, wie wir zukünftiges Wachstum finanzieren konnten“, sagt Thomas Hoffmann. Die Wahl fiel auf den Börsengang.

Den Schritt haben die Artec-Verantwortlichen nicht bereut – obwohl sich die Umsatzzahlen zunächst nur mäßig entwickelten und der Aktienkurs von anfangs fünf Euro auf aktuell unter zwei Euro gesunken ist. Die zugeflossenen Mittel seien zur Entwicklung marktfähiger Produkte genutzt worden. „Wir haben jetzt Produkte, mit den wir global punkten können“, sagt Hoffmann. „Wir können nun in den Expansionsprozess einsteigen.“

Jüngste Großaufträge, u. a. von der Deutschen Welle und einem Dienstleister aus der Landtechnik-Branche, unterstrichen die positive Tendenz. „Unser Ziel ist es, in absehbarer Zeit in unserem Segment die Marktführerschaft zu erreichen“, sagt Hoffmann. Als Umsatzziel haben sich die Diepholzer 2 bis 2,5 Millionen (2011: 1,75 Mio) Euro gesetzt.

Und auch beim „unbefriedigenden Aktienkurs“ (Hoffmann) hofft man bei Artec auf eine Trendwende, wenn sich die unternehmerischen Erfolge erst einmal herumgesprochen haben. Letztlich dreht sich eben alles um die Information – wo wüsste man das besser als bei Artec.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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