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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Menschen: Diese Frau weckt Talente

06.05.2017

Westerstede Es gab einmal eine Zeit, in der sich für Sabine Funke (42) beruflich gesehen alles märchenhaft zu entwickeln schien. Erst das Studium in Münster, dann der Traumjob in Hamburg. Rund vier Jahre arbeitete die Designerin in verschiedenen Werbefirmen, darunter so renommierten wie Jung van Matt. Mal hat sie Printwerbung für Markenartikel geschaltet, mal Grafiker und Texter für Firmenbroschüren eingestellt und ausgebildet. Bundesweit. Die Richtung war klar: steil nach oben.

Schneller allerdings als ihr lieb war lernte Funke auch die Schattenseiten des Gewerbes kennen. Die Arbeitszeiten zum Beispiel – „absolut nicht familientauglich“. Es ist eine Welt für Singles, sagt Funke heute. „Die haben einen Hund. Und ich bin schwanger geworden.“ Und das heißt in dieser Branche normalerweise: aus die Maus.

Funke hätte den Kopf in den Sand stecken können. Doch die 42-Jährige gehört nicht zu den Menschen, die lange still sitzen können. Noch während ihrer Schwangerschaft beginnt sie, Kissen und Taschen für Kinder zu nähen, bestickt mit bunten Motiven. Diese vertreibt sie über Kunsthandwerkermärkte und bald darauf auch online. Nebenbei bietet sie an einer Elternschule in Hamburg Kurse für Mütter an. „Die wieder in den Job zu bringen, war für mich eine Herausforderung.“ Was wichtig ist bei einer Bewerbung, wusste sie ja. Es ist eine ehrenamtliche Arbeit, die ihr viel Freude macht.

Europaweiter Handel

Dann, 2009, am Ende der Elternzeit, ihre vielleicht wichtigste Entscheidung: Sabine Funke macht sich selbstständig. Sie hatte Canvas, einen festen Stoff aus Naturfasern, für sich entdeckt. Daraus entwirft die gebürtige Nordenhamerin Rohlinge für Kindertaschen und Sportbeutel. Eine eigene Kollektion, hochwertig, in elf verschiedenen Farben. Die Vertrieb läuft nur über Großhändler, ausschließlich online und vor allem: sehr schwungvoll. Rund 20 000 Taschen finden inzwischen jedes Jahr ihren Weg in den Handel. Europaweit. Die Händler: viele Mütter in Elternzeit.

Selbst nähen und sticken muss Sabine Funke schon lange nicht mehr. Stattdessen: Verhandlungen mit Geschäftspartnern in der Türkei oder China. Die Geschäfte laufen bestens. Ein Blick in ihre beiden Lager genügt. Eigentlich könnte sie sich nun also zurücklehnen. Doch das würde zu der Frau, die sich selbst als „Macherin“ bezeichnet, einfach nicht passen.

Funke holt einen dicken Ordner aus dem Schrank: die Unterlagen einer Weiterbildung zum Coach beim Assessment und Coaching Center Nord-West der Ländlichen Erwachsenenbildung. Funke hat diese Weiterbildung gerade hinter sich, alles ist noch frisch, die Fachbegriffe aus dem Bereich der Individualpsychologie oder Gesprächsführung purzeln nur so aus ihrem Mund. Die Weiterbildung hat ihr viel gegeben, sagt Funke. Persönlich wie beruflich. Nun will sie ihre Erfahrungen weiterreichen und selbst als Coach arbeiten.

Berufliche Hürden

Ihre Zielgruppe sind Jugendliche, die noch nicht so genau wissen, wo es langgehen soll. Also der 17- oder 18-Jährige, der ständig von seinen Eltern gefragt wird, was er denn nun werden will. Und der keine Antwort weiß. „Die sind so beschäftigt mit ihrem Abi und haben keine Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.“ Oder die Jungunternehmerin in spe, die sich einfach noch nicht richtig traut, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wichtig findet Funke vor allem, „dass die Leute auf sich selbst gucken“. Auf ihre Stärken und persönlichen Fähigkeiten. Funke will „versteckte Talente herauskitzeln“. Will feststellen, ob jemand eher Teamplayer oder Führungskraft ist. Und sie will gangbare Wege aufzeigen, für einen überschaubaren Zeitpunkt, die nächsten Jahre vielleicht.

Funke glaubt, dass sie dabei einen entscheidenden Vorteil hat: Sie kennt die Hürden. „Und es gibt immer Hürden. Man wird zum Beispiel Mutter.“ Damit ist sie dann wieder bei ihrer eigenen Geschichte. Sie weiß: Berufliche Biografien verlaufen oft kurvenreich. Gerade auch bei Frauen. Sabine Funke hat die richtige Ausfahrt gefunden.

Coaching bedeutet „professionelle, hilfreiche Begleitung über einen vorher vereinbarten Zeitraum und einem festgelegten Ziel“, sagt Gabriele Vogel-Wellmann von der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB). „Ein Coach hilft zum Beispiel, den beruflichen Alltag effektiver und effizienter zu planen.“ Vogel-Wellmann leitet das LEB Assessment und Coaching Center Nord-West in Bad Zwischenahn. Dort bietet die Fachabteilung eine einjährige Weiterbildung zum Coach an, in der „persönliche, methodische und fachliche Kompetenzen vermittelt werden“.

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Die zertifizierte Ausbildung gliedert sich in zwölf Seminarblöcke, die überwiegend an Wochenenden angeboten und berufsbegleitend besucht werden können. Die nächste Qualifizierung beginnt am 8. September (www.coaching-leb.de).


Infos über die Taschen von Sabine Funke unter   www.canvastaschen.de 
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