Friesoythe - Weiße Weihnachten sind bei der Straßenmeisterei Friesoythe eher unbeliebt. Denn Schnee an den Feiertagen bedeutet für die Mitarbeiter viel Arbeit und weniger Zeit mit der Familie. Doch wenn es so kommt, sind sie bereit, die Straßen zu räumen.
„In der Vergangenheit hatten wir an Weihnachten selten Schnee“, sagt Holger Schaaf, Leiter der Straßenmeisterei. Bislang ist auch in diesem Jahr vom Wintereinbruch wenig zu spüren. Erst zwei Mal rückten die Fahrzeuge zum Streuen aus.
Wenn die Truppe loslegt, geht es ohnehin seltener um Schnee, sondern meist um Straßenglätte. Knapp 650 Tonnen Salz liegen in einer vollen Halle an der Sedelsberger Straße als Gegenmittel zum Streuen bereit. „Das reicht aber nicht“, erklärt Schaaf. Insgesamt 1200 bis 1500 Tonnen pro Winter würden in der Regel verbraucht.
Pro Streudurchgang landen 35 Tonnen Natriumchlorid auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Etwa 370 Kilometer Straßennetz und 255 Kilometer Radwege hält die Straßenmeisterei Friesoythe in Schuss. Die Räumung der übrigen Straßen obliegt den Kommunen.
Das Salz wird im Fahrzeug mit einer Salzsole vermischt und feucht auf der Straße verteilt. „Dadurch wird weniger Salz vom Fahrtwind verweht“, erklärt Willy Dumstorff, Assistent im Betriebsdienst. So wurde erreicht, dass nur noch zehn bis 15 Gramm Salz pro Quadratmeter benötigt werden, im Gegensatz zu 20 bis 15 Gramm beim trockenen Streuen.
Wann die sechs Fahrzeug (drei eigene, drei von Fremdfirmen; zusätzlich zwei bis vier auf Radwegen) ausrücken, hängt von den gelieferten Wetterprognosen ab. Zusätzlich gibt es eine Messstation, die Daten wie Temperatur der Straße oder Restsalzgehalt misst. Sind glatte Straßen wahrscheinlich, hält ein Mitarbeiter ab halb eins in der Nacht die Stellung – und holt bei Bedarf den Bereitschaftsdienst aus dem Bett. Ab 2 Uhr wird dann geräumt und gestreut, wenn nötig durchgehend bis abends 22 Uhr.
Ziel ist, dass jeden Morgen um 6 Uhr die Straßen frei sind. „Befahrbar“, korrigiert Schaaf. Denn auch wenn die Streufahrzeuge ihren Dienst verrichtet hätten, sei es wichtig, sich den Straßenverhältnissen anzupassen – und den Fuß vom Gas zu nehmen.
