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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Vr-Abend: Claus Kleber: China im Auge behalten

18.10.2017

Dinklage In Europa sollte man der Entwicklung Chinas als aufsteigender Weltmacht mehr Aufmerksamkeit schenken – und sich gemeinsam positionieren. Dazu riet Claus Kleber, Moderator des „Heute Journal“, bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Volks-und Raiffeisenbanken Weser Ems im Burghotel Dinklage (Kreis Vechta). China baue seine Präsenz nicht nur in Südostasien, sondern auch in anderen Weltregionen massiv und systematisch aus. Hier sieht Kleber eine der großen Herausforderungen und Konfliktpotenziale des 21.Jahrhunderts heraufziehen. Amerika und Europa hätten „den Anschluss verpasst in wichtigen Regionen“.

Die USA seien „möglicherweise eine Weltmacht, die sich aus ihrer globalen Verantwortung zurückzieht“, deren Einfluss sinke, sagte Kleber, der einmal mehr klar machte: Er liebt als weit gereister Korrespondent eher die großen Entwicklungslinien auf dem Globus als die tägliche Nachrichtenflut. Deutschland sei allein zu klein für eine neuen Weltordnung. Die EU aber sei uneinig, bedauerte er. Mit Blick auf die Dynamik in Frankreich meinte der studierte Jurist: Es sei jetzt eine gute Zeit, in Europa die „Krämerseelen aufzubrechen“ und voranzuschreiten.

Es sei erstaunlich, wie wenig man die Entwicklung in China generell „auf dem Radar“ habe. Dabei fordere China auch technologisch zunehmend heraus. Die Region Schanghai drohe den Silicon Valley teils den Rang abzulaufen, betonte Kleber, der sich auch als exzellenter USA-Kenner präsentierte.

Er machte deutlich, dass ihn die Wahl Donald Trumps zum US-Präsident nicht überrascht habe: Er verweis auf Ängste in der US-Gesellschaft (wie drohender individueller Abstieg, Erfahrung des Terrors im eigenen Land). Zudem seien bei der Präsidentenwahl erstmals neue technologisches Mittel im großen Stil eingesetzt worden – wie die quasi individuelle Ansprache der Wähler durch Nutzung von Social-Media- und Kreditkartendaten.

Derweil sehen sich die 59 Genossenschaftsbanken in ihrer Wese-Ems-Arbeitsgemeinschaft „auch im laufenden Jahr gut positioniert“, wie der Vorstandsvorsitzende der Banken-Arbeitsgemeinschaft, Lambert Meyer (Volksbank Jever), deutlich machte. In der ersten Jahreshälfte sei das Kreditvolumen um 3,9 Prozent auf 19 Milliarden Euro gesteigert worden. Zugleich wuchsen die Einlagen um 6,4 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Man wachse in allen Geschäftsfeldern. Bei der Ertragslage liege Weser-Ems deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Instrumente für die laufende Digitalisierung würden aktiv weiterentwickelt, erläuterte Meyer. Er forderte vom Gesetzgeber, entsprechende Innovationen denn auch rechtlich zu ermöglichen, wie etwa durchgehende digitale Prozesse im Umgang mit Kunden.

Meyer kritisierte jüngste Vorschläge zum Ausbau einer europaweiten Einlagensicherung. „Es kann nicht sein, dass bewährte deutsche Sicherungssysteme haften sollen für Staaten, die keine haben.“ Er appelliere an die Bundesregierung, hier Einhalt zu gebieten, „um das Vertrauen der deutschen Sparer nicht zu gefährden“. Einmal mehr kritisierte der Banker auch „überzogene Regulatorik“ für die (überschaubaren) Genossenschaftsinstitute.

Auch Johannes Freundlieb als Direktor beim Genossenschaftsverband Weser-Ems stieß in dieses Horn. Zudem mahnte eine Wende in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank an. Solche Eingriffe wie die aktuellen Anleihekäufe dürften nur vorübergehend sein. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung wies er auf eine Studie hin, derr zufolge etwa 25 Prozent der Kunden auch weiterhin primär auf die Filiale setzen dürften. Nur 15 bis 20 Prozent würden demnach in den nächsten Jahren „ganz digital“ agieren. Es gelte, das Filialnetz zu optimieren und zugleich alle Vertriebswege im Blick zu haben.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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