Dr. Karl-Wilhelm Paschertz ist Leiter des Kreis-Veterinäramtes. Er spricht über die Auswirkungen des Skandals.
Um diesen Artikel zu lesen, schließen Sie eines unserer Angebote ab oder loggen sich als Abonnent ein. Alle Inhalte auf NWZonline und in der NWZ-Nachrichten-App stehen Ihnen dann uneingeschränkt zur Verfügung.
FRAGE:
Könnte mit Dioxin belastetes Fleisch schon in den Handel gelangt sein?
DR. PASCHERTZ
: Wir haben im Landkreis Cloppenburg bisher nur Grenzwertüberschreitungen in Eiern von zwei Legehennenbetrieben. Ob auch beim Fleisch Grenzwertüberschreitungen vorliegen, müssen die angelaufenen Untersuchungen zeigen. Erste Ergebnisse erwarten wir frühestens Ende dieser Woche.
FRAGE:
DR. PASCHERTZ
: Eine Gesundheitsgefährdung ist erst zu befürchten, wenn Dioxin in Mengen aufgenommen wird, die um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten liegen. Weil niemand über einen längeren Zeitraum täglich zehn Eier isst, besteht keine akute Gefährdung für Verbraucher.
FRAGE:
Wie aufwendig ist die Beprobung der Tiere und wie lange dauert sie?
DR. PASCHERTZ
: Für die Beprobung müssen nach einem bestimmten Schlüssel Probeschlachtungen vorgenommen werden, um das Fettgewebe für die Untersuchung zu entnehmen. Die Untersuchungsergebnisse lie-gen dann je nach Untersuchungskapazität des beauftragten Labors in drei bis zehn Tagen vor.
FRAGE:
Stehen den Landwirten Keulaktionen wie zuletzt bei der Vogelgrippe bevor?
DR. PASCHERTZ
: Amtlich angeordnete Keulungen von Tierbeständen wird es nicht geben. Sofern sich allerdings herausstellt, dass zur Schlachtung vorgesehene Tierbestände belastet sind, wäre der betroffene Landwirt wohl in der Situation, dass er seinen Tierbestand töten und unschädlich beseitigen lassen muss.
Reiner Kramer
Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)