Nicht nur beim Ausfüllen der Steuererklärung kommt Christian Schiller ins Stocken, wenn er seine Berufsbezeichnung angeben soll. „Der Job ist eigentlich kaum zu definieren – Kopierknecht träfe es wohl am besten“, schmunzelt der 37-Jährige. Seit 14 Jahren ist der gebürtige Stader („Ich wurde schon als Baby nach Oldenburg verfrachtet“) nun im Kopiergeschäft Wersig an der Ammerländer Heerstraße tätig. Aus der Nähe zur Universität ergibt sich die Stammkundschaft, die Christian Schiller bedient: „Vor allem sind das natürlich Studenten.“ Und die stürzen nicht selten auf den letzten Drücker mit der Abschlussarbeit unterm Arm ins Geschäft, um diese binden zu lassen.

Klar, dass sich darunter auch mal Kuriositäten verbergen, etwa eine Diplomarbeit über Biene Maja: „Da haben wir natürlich gleich zu einem schwarz-gelben Umschlag geraten“, erinnert sich der gelernte Versicherungskaufmann. Zu seinem heutigen Job kam Christian Schiller in einer Phase der Umorientierung ganz unverhofft: „Eigentlich wollte ich nur ein Praktikum machen“, erzählt der Kinofan, „der Chef hat mich dann quasi adoptiert.“

Der Chef – das war Klaus Berg, der im November verstorben ist. „Er hat das Image des Ladens verkörpert, auch heute noch fragen viele Kunden nach ihm und sind von seinem Tod ganz schockiert.“ Nun führt Christian Schiller das Geschäft weiter. Im Laden zeugen zahlreiche mit dem charakteristischen Bart des „Chefs“ verzierte Bilder immer noch von der Ära des Vorgängers.hg

Christian Schiller

Copyshop-Betreiber