DIPPOLDISWALDE - Gelebt wird die Partnerschaft seit langem, doch in den Rathäusern der sächsischen Stadt Dippoldiswalde und der Gemeinde Bösel war sie kaum wahrnehmbar. Lediglich in den Besprechungsräumen der Verwaltungen deuten die zu den Euro-Musiktagen 1990 unterzeichneten offiziellen Urkunden auf die gemeinsamen Kontakte hin. Am vergangenen Freitag hat sich das geändert. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der kommunalen Verbindung wurde eine Jubiläumstafel im Foyer des Dippoldiswalder Rathauses angebracht.

Gemeinsam enthüllten Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Unabhängige Bürger) und sein Amtskollege Hermann Block nach der offiziellen Eröffnung des Stadtfestes in Anwesenheit von Stadträten und einer 46-köpfigen Delegation aus Bösel die von einem Dippser Werbegrafiker erstellte Tafel, die im Hintergrund die beiden Rathäuser und aufgesetzt die beiden Wappen der Kommunen zeigt.

Vor diesem Festakt hatte Kerndt das traditionelle Stadtfest eröffnet und gemeinsam mit Bürgermeister Hermann Bock zum Freibier eingeladen. Die Volkstanzgruppe der DJK Bösel begleitete das Programm auf dem Marktplatz und begeisterte die Einheimischen mit ihren Tanzdarbietungen. Die DJK-Abteilung um ihren Leiter Franz Seppel gehörte gemeinsam mit Vertretern des Gemeinderates, einigen Bikern sowie Bürgern aus Bösel zu der Delegation, die anschließend während eines gemütlichen Grillabends im Feuerwehrgerätehaus herzlich empfangen wurde.

Bürgermeister Hermann Block bedankte sich für die Gastfreundschaft und warb gemeinsam mit seinem Amtskollegen für eine aktive Partnerschaft. Seit der Begründung der Beziehung vor 20 Jahren habe sich viel verändert, vor allem im politischen Umfeld. Die Wende von 1989/90 sei ein Lichtblick in der deutschen Geschichte gewesen. „Mit jedem gegenseitigen Besuch wollen wir diesen Lichtblick wieder gegenwärtig werden lassen“, dankte Block allen, die sich bisher für das Bestehen der Verbindung eingesetzten haben.

Den Vereinen komme dabei als Träger und Wegbegleiter der gemeinsamen Kommunikation eine wichtige Rolle zu, waren sich beide Repräsentanten einig. „Ich bin erfreut über die große Reisegruppe aus Bösel und werde mich für den Gegenbesuch zu den Euro-Musiktagen in Bösel einsetzen“, sagte ein sichtlich – auch von den Tanzdarbietungen der DJK-Volkstanzgruppe – beeindruckter Oberbürgermeister.


Am Euro-Sonnabend, 11. September, wird ein kleiner Festakt vor dem öffentlichen Frühschoppen stattfinden, bei dem dann auch eine Tafel zur 20-jährigen Partnerschaft seinen Platz im Böseler Rathaus finden wird.