Brake - In die Diskussion über den Zuschuss des Landkreises an die Musikschule Wesermarsch mischt sich nun Andreas Stasierowski, Leiter der Musikschule „Strings Berne“, ein. Ihm sei „ein aktuelles Engagement der Musikschule in Berne nicht bekannt“. Mit der vom Fachausschuss bewilligten Erhöhung des Zuschusses an die Musikschule Wesermarsch in Höhe von 17 000 Euro (NWZ vom 17. November) könnte seine Musikschule „26 Schülern ein ganzes Jahr eine halbe Stunde Einzelunterricht pro Woche qualifizierten Musikunterricht anbieten. In Kleinstgruppen wären es 40, inklusive Verwaltungskosten“, rechnet Stasierowski vor. Weiter betont der Leiter der privaten Musikschule, dass er Wahlpflicht-AGs in der Grundschule Ganspe und Oberschule Berne anbiete. Dagegen sehe sich die Musikschule Wesermarsch „nicht in der Lage, diese elementare musikalische Bildung zu übernehmen“. Seine Musikschule würde zudem „durch weniger Ferien effektiv einen Monat mehr unterrichten“ als die Musikschule Wesermarsch. Stasierowski: „Im Sinne der klammen öffentlichen Kassen empfinde ich daher diese Diskussion um mehr Geld eher als peinlich, zumal der Schüler an sich dadurch keine Verbesserungen erfährt.“
Ausgelöst hatte die Diskussion die Grünen-Kreistagsabgeordnete Christina-Johanne Schröder aus Berne, die mit Verweis auf die gute Arbeit privater Musikschulen in der südlichen Wesermarsch als einzige im Fachausschuss gegen die Zuschusserhöhung gestimmt hatte. Sie hatte der Musikschule vorgeworfen „nicht sozial“ zu agieren. Nachdem Musikschulleiter Thomas Schröder in der NWZ diese Kritik zurückgewiesen hat, erklärt Schröder ihr Abstimmungsverhalten nun damit, dass „die wertvolle Funktion der Musikschule Wesermarsch nachvollziehbar ist, die hohen bürokratischen Kosten jedoch nicht“. Neben den „positiven Auswirkungen der lokalen Musikschulen auf das Gemeindeleben, zu Tarifen die etwas günstiger als die der Musikschule Wesermarsch sind“, fehlten ihr „die politischen Einflussmöglichkeiten, mit denen man der Forderung nach Kooperation mit den Ganztagsschulen Nachdruck verleihen könnte.“ Das Geld, das an die Musikschule Wesermarsch gezahlt werde, stünde aufgrund allgemein nur gering vorhandener Mittel für andere Projekte nicht zur Verfügung.
