Saterland - Für Diskussionsstoff hat am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Verkehrswesen und Fremdenverkehr die maschinelle Durchforstung von Windschutzstreifen gesorgt, mit der die Verwaltung noch im Dezember beginnen will. So soll im Gemeindegebiet beispielsweise an den Straßen Dachsweg, Hasenweg, Moorrandweg, Westermoorstraße, Vogelweg und weiteren der Beschnitt von Büschen und Bäumen erfolgen. Dies solle dann in Teilabschnitten alle 500 Meter erfolgen, so der Vorschlag vom Ersten Gemeinderat Wilhelm Hellmann im Ausschuss.
In einem Antrag fordert die UWG-Fraktion, dass die Pflegemaßnahmen aber erst dann durchgeführt werden, wenn ein naturschonendes Pflegekonzept vorgelegt und vom Rat genehmigt werde. So werde die Pflege der Hecken nicht bestritten, es sei aber der falsche Weg, die versäumten Pflegemaßnahmen mit einem „Radikalschlag“ zu beheben, sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Franz Hericks. Nachpflanzungen seien demnach entgegen der Meinung der Verwaltung notwendig. Von einer Überalterung der Bestände könne auch keine Rede sein. Es erfolge durch die Durchforstung kein Mehr an Schutz für Tiere und Pflanzen. Die Notwendigkeit, der Verkehrssicherheitspflicht nachzukommen, habe man damals ohne Weiteres missachtet und nutze sie jetzt, um sich darauf berufen zu können, so Hericks. Hellmann gab Hericks Recht, dass jahrelang nichts in der Sache unternommen wurde.
Benno Hermes (CDU) fragte, ob die Bäume und Büsche nicht wieder nachwachsen, wenn sie durchforstet werden. Nach 30 Jahren habe sich eine Lebensgemeinschaft aufgebaut, die durch die Maßnahmen wieder zerstört werde, entgegnete Hericks. „Aus ökologischen Gründen stimme ich Herrn Hericks zu“, teilte Henning Hormann (Grüne) mit und befürwortete, ein Pflegekonzept auszuarbeiten.
Einig war man sich auch über die Bekämpfung der Späten Traubenkirsche, die sich als Neophyt (eingeschleppte Pflanze) zu sehr ausgebreitet hat. Schließlich wurde die Empfehlung gegeben, sich im nächsten Ausschuss für Planung, Bau und Umwelt mit einem gemeinsamen Pflegekonzept zu beschäftigen. Dafür sollen als Fachleute Förster, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises sowie Naturschutzvereine hinzugezogen werden.
