Dissen/Bad Essen - Nicht nur im Landkreis Osnabrück sorgt diese Nachricht bei vielen Menschen für gute Laune und einen wunderbaren Auftakt ins verlängerte Wochenende. Auch der Dissener Bürgermeister Hartmut Nümann freut sich über die Rücknahme der Umzugspläne des Feinkostherstellers Homann. „Die Vernunft hat gesiegt“, sagt der SPD-Politiker. Der geplante Umzug sei nicht zu Ende gedacht gewesen. „Wir haben die besseren Karten hier“, sagt Nümann.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) reagiert ebenfalls mit großer Erleichterung. „Ich bin außerordentlich froh darüber, dass die Firma Homann ihre Produktionsstandorte in Dissen und Bad Essen behalten wird und so 1200 Arbeitsplätze der Region erhalten bleiben. Ich gratuliere herzlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich in den vergangenen Monaten engagiert für ihre Werke eingesetzt haben“, betont Weil.

„Ein großes Kompliment“ gebühren auch „dem Landkreis und der Gemeinde für ihren vorbildlichen und vorausschauenden Einsatz für den Verbleib des Unternehmens“, so Weil: „Ich freue mich für die Beschäftigten in Dissen und Bad Essen, dass eine lange Phase quälender Unsicherheit vorbei ist.“

Am Mittag hatte Homann, Tochterunternehmen der Müller-Gruppe, bei einer Belegschaftsversammlung bekanntgegeben, dass die Produktion an allen deutschen Standorten weitergeführt werden soll. Damit verabschiedet sich das Unternehmen vom Plan, die Produktion bis 2020 im sächsischen Leppersdorf zu konzentrieren. Dort betreibt Müller eine Großmolkerei. Die Altstandorte wären geschlossen worden, auch der 1876 gegründete Stammsitz in Dissen.


Bürgermeister Nümann weiß um die Leistungsfähigkeit des Standortes: „Ich freue mich für die Mitarbeiter in Dissen.“ Konzernchef Theo Müller könne sich im Osnabrücker Land persönlich davon überzeugen, wie wirtschaftlich stark Dissen und die Region seien.

Bereits vor drei Wochen hatte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann erklärt, dass der Produktionsstandort Dissen gerettet zu sein scheine. „Das Projekt Sachsen ist aus dem Spiel, Niedersachsen ist wieder im Spiel“, hatte der CDU-Politiker gesagt – und richtig gelegen.

Oliver Schulz
Oliver Schulz Redaktion Kultur/Medien (Ltg.)