DöTLINGEN - Zum herbstlichen Aktionstag und damit auch letzten der diesjährigen Reihe von Veranstaltungstagen der Dötlinger Gartenkultour luden am Sonnabend, dem Tag der Deutschen Einheit, Gärtner, Künstler, Galeristen und Gastronomen in die Gemeinde ein. Eher in einem überschaubaren Rahmen hielten sich dabei die Besucherströme aus dem Umland. Der erste Herbststurm mit angekündigten Orkanböen, ließ den einen oder anderen zu Hause bleiben. Erst am Nachmittag meldeten die Dötlinger Gastronomie-Betriebe: „Keine feien Sitzplätze mehr.“

Fachkundige Gespräche

Unter den Wetterunbilden litten auch die Fahrradtour und der Gang durch den Ort der Dötlinger Gästeführung. So verzeichnete Thea Freiberg am Stand eher geringe Teilnehmerzahlen. Obwohl die Besucher spärlicher als in anderen Jahren kamen, freuten sich besonders die Künstler über intensive und vor allem auch fachkundige Gespräche.

So wie Anne Hollmann, die zu einer „Baustellen-Ausstellung“ eingeladen hatte. Auf dem Hof „Zum Wittensand“ in Ostrittrum baut die engagierte Künstlerin gerade ihre alten Kurs- und Malräumlichkeiten zum „Kultur und Kunsthaus Hof Hollmann“ um. „Dabei liegt die Betonung einerseits auf Kultur im weitesten Sinne, deshalb fehlt auch der Bindestrich in der Namensgebung, zum anderen aber auch auf Kunstkursen, Ausstellungen und einem Atelier“, erklärte Anne Hollmann.

Gerade rechtzeitig waren am vergangenen Dienstag die neuen Fenster geliefert worden. Auf 150 Quadratmetern, 80 im Erdgeschoss mit Arbeitsraum, Küche und Sanitäranlagen sowie noch einmal 70 im Obergeschoss als Atelier beläuft sich der Platz. Außerdem wird eine Art Wintergarten angebaut, um einem künftigen Skulpturengarten im angrenzenden Wald einen entsprechenden Zugang zu verschaffen. Eröffnung im „Kultur und Kunsthaus“ soll am ersten Advent sein.


Zeit zum Diskutieren

Im Püttenhus in Dötlingen zeigten Elke Tholen und Hans-Dieter Haren ihre Keramiken bzw. Bleistiftzeichnungen. „Ich finde es toll, die Zeit zu haben, mit den einzelnen Besuchern zu diskutieren und zu reden“, zeigte sich Elke Tholen erfreut über die Nachfrage der Gäste. Es seien nicht die Massen, die kommen würden, erklärte auch Hans-Dieter Haren. „Dafür ist es aber ein überaus fachkundiges und beschlagenes Publikum, das hier hereinschaut. Die Leute kommen wegen der Kunst. Unsere Ausstellung hat sich damit wunderbar in die Gartenkultour integriert“, erklärte Haren weiter.

Ähnlich äußerte sich auch Holzbildhauerin Karin Frenzel aus Hamburg, Sie zeigte im Garten des Lopshofes, nur einige Schritte vom Püttenhus entfernt, wie aus einem rohen Holzklotz schließlich ein Kunstwerk der besonderen Art entsteht. Angela und Hartmut Milster, letzterer eher beistehend, aus Harpstedt nutzten die Gelegenheit. Mit dem Beitel wurde Stück für Stück aus dem Kastanienholz geschnitten. „Das macht richtig Spaß. Zu Hause arbeite ich mit der Kettensäge, das ist etwas grober und dient auch nur dem Feuerholzbereiten“, gestand Angela Milster ein. „Wenn das Kunstwerk fertig ist, soll es die Kastanie in ihrer Pracht von der Blüte bis zur Frucht darstellen“, hob Karin Frenzel abschließend hervor.

Kein Verkehrschaos

So wie an diesen Stationen schloss der Aktionstag mit dem Fazit: Weniger Gäste, aber intensive Gespräche und Information. Das sonst oft beanstandete Verkehrschaos blieb aus.