DöTLINGEN/LANDKREIS - Das Entsetzen ist fast allerorts groß: Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, das Absatzfondsgesetz als gesetzliche Grundlage der Beitragszahlungen der Landwirte an die Centrale Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) für verfassungswidrig zu erklären, äußern nicht nur der CMA-Aufsichtsratsvorsitzende und Präsident des niedersächsischen Landvolks, Werner Hilse, und CMA-Geschäftsführer Markus Kraus deutliche Befürchtungen.
Auch Bernhard Wolf, Geschäftsführer des Kreislandvolk Verbands Oldenburg, sieht gravierende Einschränkungen für die heimische Landwirtschaft.
Urteil ist schwarzer Tag
„Der Tag des Urteils war ein schwarzer Tag für die deutsche Landwirtschaft“, sagte Kraus. Er bedaure die Entscheidung, da die Landwirte ein Recht auf eine möglichst starke Absatzförderung hätten.
Netzwerk verloren
„Auf einem hart umkämpften Markt geht ein gemeinschaftlich finanziertes Netzwerk verloren“, ergänzte Hilse. Damit sprachen beide Bernhard Wolf aus der Seele. „Ich war sehr überrascht vom Urteil. Damit hatte keiner ernsthaft gerechnet“, kommentierte Wolf seinen ersten „Schock“ nach der Bekanntgabe.
Auswirkungen unabsehbar
Das Urteil sei in einer ohnehin wirtschaftlich schwierigen Phase ergangen, in der die Verbraucher deutlich größere Zurückhaltung zeigten als bisher gekannt. „Durch den Wegfall der CMA verlieren wir nicht nur das Know How. Auch die ZMP - Zentrale Marktpreis Analyse - die zur Orientierung diente, ist nun nicht mehr verfügbar“, bedauert der Geschäftsführer.
Natürlich seien hier und dort einzelne Landwirte erfreut über die vermeintlichen Einsparungen, die tatsächlichen Auswirkungen auch bezüglich der Absatzförderung im Ausland seien aber noch nicht absehbar. „Das CMA-Siegel bürgte für hochwertige Qualität. Diese Marke muss man erhalten“, so Wolf.
Zukünftig könne er sich eine Zusammenarbeit mit der CMA auf freiwilliger Basis vorstellen. „Wir werden auf jeden Fall aktiv und kurzfristig neue Ideen entwickeln. Es muss ja weitergehen“, sagt Wolf.
Weniger Probleme in Dötlingen
Weniger
