Dötlingen - Wenn Helga Schöning auf der Terrasse sitzt, die Sonnenstrahlen genießt, freut sich die 88-jährige Pensionärin über die große Vielfalt an Tieren auf dem Areal, das sie mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann Alfred als Naturbiotop aufgebaut hat.

Immer an ihrer Seite ist heute Kater „Benny“, der über die Tierschutzgruppe den Weg zu ihr fand. Aber es gibt da noch mehr „Hausfreunde“. Zwischendurch huscht das hellfarbige Eichhörnchen durch die Zweige und die heimischen Vogelarten sind mit ihrem vielfältigen Gesang zu hören. „Ich erkenne sie alle an ihrem Ruf“, erklärte Helga Schöning. Gerade stimmte ein Buchfink seine Melodie an. Besonders aktiv sei die Singdrossel mit ihrem Gesang, ergänzt die Naturliebhaberin.

Doch ganz viel Herz hängt an den im Hausgiebel nistenden Schleiereulen. „Genau weiß ich es gar nicht. Seit 20 bis 30 Jahren kehren Jahr für Jahr die Schleiereulen-Paare zur Aufzucht bei uns ein.“ So auch in diesem Frühjahr beziehungsweise Sommer.

„Die Eulenmutter kümmert sich um den Nachwuchs. Eier legt sie in Abständen und hat immer verschieden große Küken im Bau. Das Futter schleppt der Vater herbei. So werden die Aufgaben bei der Aufzucht verteilt“, beschreibt die Dötlingerin das immer gleiche Aufzuchtritual.

Nur einmal, da sei es ganz schrecklich verlaufen: „Der Eulenvater war wohl verunglückt und kam nicht mehr. Damit auch kein Futter. Dann hat die Mutter die Küken gefressen und ging auf die Suche nach einem neuen Partner.“ Bis auf ein Junges, das schüchtern in einer Ecke hinter einem Dachbalken kauert, sind die Geschwister schon flügge. Es döste am Montag so vor sich hin, denn Futter kommt erst wieder in den Abendstunden.


„Oft haben mein Mann und ich vor dem Giebel im Garten gesessen und das Ein – und Ausfliegen am Eulenloch beobachtet. Sogar eine kleine TV-Kamera hatten wir installiert und konnten das Geschehen im Eulenloch von hier unten beobachten. Diese Technik funktioniert leider nicht mehr“, bedauerte die 88-Jährige. Jedes Jahr würde auch ein Vertreter des Nabu (Naturschutzbund) aus Oldenburg kommen und sich davon überzeugen, dass die Schleiereulen wieder am Brüten sind. Er zählte in diesem Jahr vier Junge. Eines davon war am Montag noch im Bau zu entdecken. Eine große Freude für Schöning, als sie das Foto unserer Zeitung schon einmal direkt nach der Aufnahme sehen konnte.

Glücklich über die vielen Tiere und Pflanzen wie Baumriesen, freut sich Schöning zudem immer über Besuch und die helfenden Hände, die ihr den Tagesablauf erleichtern. „Das ist so schön hier. Besser kann ich es gar nicht haben“, blickt sie positiv auf ihr kleines Naturparadies.